„Falleritis“, was ist das?


Es gibt ein neues Phänomen, ich benenne es Falleritis. Egal wo ich hinkomme, auf verschiedenen Reiterhöfen, in der Stadt, an der Bushaltestelle, in die Natur, wo auch immer ich hingehe, begegne ich Falleritis. Was verstehe ich darunter? Falleritis ist die Eigenschaft, etwas in der Hand zu haben und zu dem Moment, wo ich es nicht mehr brauche, einfach fallen zu lassen.

Im Park

Ungeachtet dessen, ob man die Umwelt verschmutzt, ungeachtet dessen, dass es unordentlich ausschaut. Und was mich am Reiterhof und an allen Reiterhöfen stört ist, wenn man auf den Reitplatz geht und jede Menge Pferdeäpfel verteilt sind und wenn man Leute dann darauf anspricht, sagen speziell die Jugendlichen, ja, ich sehe es, aber das war nicht mein Pferd. Und es kann dir passieren, dass du zusiehst, wie ein Pferd äppelt und du sprichst jemand darauf an und trotzdem sagt dir dann die Person, nein, das war doch nicht mein Pferd.

Am Reitplatz. Es war nicht mein Pferd! Oder.

Und die Pferdeäpfel dampfen noch und du stehst nebenan und bist absolut machtlos.

Wenn ich mich jetzt einige Jahre zurückerinnere, an solche Zeiten kann ich mich nicht erinnern. Die generelle Unordnung nimmt überhand. Ordnung zu halten, Sauberkeit zu halten, ist eine Höflichkeit gegenüber den anderen Menschen, die ebenfalls Teil der Gesellschaft sind, die den Pferdehof benutzen, die zum Bushaltestelle gehen, die durch die Stadt wandern. Und deshalb widme ich mich dem Thema Falleritis, weil ich finde es ungeheuerlich, dass ich das Gefühl habe, Falleritis kommt erst jetzt mit der jetzigen Jugend. Wenn ich bei uns am Pferdehof in die Kammer sehe, welche die Jugendlichen bewohnen, bewirtschaften oder wie man es sagen sollte.

Ordnungsliebe?

Also, wenn es meine Kinder wären, würde ich diesen Zustand nicht zulassen. So viel Dreck, so viel Unordnung für mich unvorstellbar. Aber scheinbar ist es Mode und es wird toleriert. Falleritis ist für mich ein neues Phänomen. Ich kenne es nicht aus meiner Jugend, aber man kann ja sagen „Kurt“ du bist halt alt. Danke.

Liebe Grüße von Kurt

Ein DANKE für das tolle Startbild. Leider ist der/die Urheber(in) mir nicht bekannt.

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Aladin und ein Märchen


Da mir Nikolei beim Rindertraining erzählt hat, wie toll unser neuer Stallbursche ist, muss ich euch ein Märchen aus vergangener Zeit erzählen. Es war einmal, so beginnt beinahe jedes Märchen. Auch ich möchte damit beginnen, denn es gab einen Pferdehof, welcher im Nachgang gesehen ein märchenhafter Hof war, auch wenn man als Einsteller es erst später begreift. Was war so besonders? Es war gepflegt, aufgeräumt und sehr freundlich.

Es gab keine Müllhalden. Man glaubt es kaum, frühzeitig wurden die Pferde auf den Paddock gestellt, die Futterraufen waren mit bestem Heu bestückt und es gab keinen Streit zwischen den Pferden, weder auf dem Stuten Paddock, noch auf dem Paddock der Wallache. Dadurch gab es auch keine Verletzungen durch Huftritte und Tierarztkosten für die Einsteller. Im Sommer, die Weiden wurden im März bereits gelüftet und auch falls notwendig gekalkt, wurden die Pferde spätestens 6 Uhr morgens auf die Weiden gestellt. Viel beindruckender war aber, dass die Ställe und Freilaufställe bereits 9 Uhr morgens in absolut makellosen Zustand waren und die passende Menge Heu bereits im Stall bereit lag. Dass die Stallgassen säuberlich gefegt waren/sind hat mich Märchenerzähler ständig beeindruckt. Was war sonst noch üblich auf den Märchenhof? Die Paddocks wurden von einem Mitarbeiter ohne das Zutun von vielen Helfern, seien es Einsteller oder begeisterten Mädchen, welche ggf. kostenneutral einmal die Woche reiten durften, von Pferdeäpfel gereinigt. Die Reitplätze wurden einmal pro Woche aufgeraut und dann glattgezogen, wie auf einen Turnierplatz.

War ein Zaun kaputt wurde er umgehend hergerichtet. Der märchenhafte Reitstall, mit moderaten Preisen für die Einsteller war ein Traum, solange ein etwas älterer „Stallbursche“ mit gelegentlicher Hilfen, den Pferden und den Einstellern viel Freude bereitete. Es gab keine Müllhalden, alles war sauber und gemessen am Alter des Stalls in sehr guten Zustand. Was ist aus diesem Märchen geworden? Nun, der besagte Stallbursche wurde durch einen „Aladin“ ersetzt. Man weiß aus den Geschichten von tausend und einer Nacht ein Zauberer war, dass Aladin alles weiß, alles kann und einfach der Größte und Beste ist. Vielleicht missinterpretiere ich die Geschichte. Fakt ist, das Märchen wurde abrupt beendet. Aladin, versteht es trefflich allen glauben zu machen, was er leistet, dabei muss ich als Märchenerzähler einiges relativieren. Seit Aladin am Werk ist, sind die Ställe frühestens am späten Nachmittag fertig, die Paddocks werden von fleißigen Helferlein gesäubert, die Reitplätze von einem Einsteller mit dem Privatfahrzeug hergerichtet. Am Hof sammeln sich Müllhalden und die Weiden sind noch nicht für einen Weidegang hergerichtet. Weidegang wurde für den 1.05.2026 angekündigt.

Aladin versteht es, das muss man neidvoll anerkennen, andere für sich arbeiten zu lassen und das Lob einzelner weiblicher Einsteller für sich in Anspruch zu nehmen. Dass einzelne weibliche Einsteller von Aladin in den höchsten Tönen schwärmen, ist darauf zurückzuführen, dass diese Menschen den Märchenhof nie erlebt haben. Schade, denn der Märchenerzähler lebt nicht in der Vergangenheit, lebt im Jetzt und sieht, wie ein Hof sich verändert und nur deshalb funktioniert, weil engagierte Einsteller viel tun, wegen ein wenig Preisnachlass.

Ja es war einmal.
Liebe Grüße der Märchenerzähler Kurt

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