Hi liebe Leute,
heute habe ich ein einfaches mathematisches Beispiel für euch parat, „die Milchmädchen-Rechnung“. Das geht wir folgt. Ein potentieller Kunde kommt, auch ich war einer, zum Stallbesitzer und frägt nach einem Platz für sein(e) Pferd(en). Der Stallbesitzer zeigt dem Neuankömmling die Möglichkeiten und sagt den Mietpreis pro Monat. Aha, das ist ca. € 70,- bis 140,- Euro günstiger als in anderen Ställen. Klingt gut. Die Entscheidung ist gefallen am Wochenende den Stall machen ist für mich kein Thema, mache ich gerne.

Mit Fortdauer der Tage und Wochen kristallisiert sich heraus, dass auch an Feiertagen welche unter der Woche sind der Einsteller, so auch ich, die Ställe ausmisten muss. Ärgerlich und schafft Unfrieden. Heftiger wird es, wenn dann der Stallbesitzer dir durch seine „Leibeigenen“ mitteilen lässt, dass du in Zukunft zweimal pro Woche die Pferde von der Koppel holen und die Wasserversorgung der Pferde sicher stellen sollst etc. Dabei geht es um die 11 Pferde vom Stallbesitzer und 8 Pferde von Einstellern. Dabei behaupten die „Leibeigenen“, dass sie deinen Vertrag mit dem Stallbesitzer kennen und diese Aufgabe ein Teil der Vereinbarung sei. So ist es auch kürzlich einer Neuen ergangen, dass diese im Beisein des Stallbesitzer von „Sylvia von den Wissenden“ aufgeklärt wurde und der Stallbesitzer das nicht korrigiert hat. Die Neue ist zeitnah geflüchtet.

Da ich auf meinen mündlich geschlossenen Vertrag bestand, wurde ich als Unsozial und Ekel behandelt und dies obwohl ich meine Pferde beinahe täglich (99%) selbst auf die Koppel brachte, das Wassermanagement selbst erledigte und Keks und Krümel abends von der Weide holte.
Was möchte ich sagen? Es ist und war wenn man genau rechnet ein sehr teurer Spaß, auch wenn die Stallmiete moderat erscheint.
Hier ein Beispiel: Ein Einsteller(In) bezahlt 320,- Euro für den Paddock. Das ist günstig, stimmt. Jedoch macht der/die Einsteller(In) die Box und den Paddock täglich selbst sauber, erledigt das Wasser und sorgt für das rundumwohl des Pferdes. Darüber hinaus spendiert besagte Person ca. 10 wenn nicht 20 Stunden dem Stallbesitzer indem diese Person zusätzlich die 11 Pferde vom Stallbesitzer und 6 Pferde der Einsteller von der Koppel holt, Zusatzfutter verteilt, Wasser in den Ställen und Koppeln aufbereitet. Warum nur 6 Pferde der Einsteller? Es ist sicherlich aufgefallen, dass ich meine zwei Keks und Krümel selbst betreut habe zu beinahe 100%.

Nehmen wir an wir würden nur 10 Euro pro Stunde für die Arbeitsleistung erhalten, weiter unter Mindestlohn, dann leistet ein Einsteller Minimum € 100,- Sachleistung an den Stallbesitzer. So gesehen sind 320,- Stallmiete plus 100,- Euro Sachleistung 420,- Euro pro Monat. Klar so kann man es nicht sehen, wir sind ein Hobby-Pferdehof, wir haben Freude am Umgang mit den Pferden. Auch ich habe die Milchmädchen-Rechnung aufgestellt. € 700,- Anstelle von 840,- Euro, aber was ist der Unterschied. Die Stallmiete von 700,- Euro für Strom, Wasser Stroh und Heu und Wochenende und Feiertage selbst Stall machen. Spezialfutter brauchte es nicht.

Da ich aber für die Wochenende wo wir unterwegs waren eine Person „Bitten“ mussten die Ställe zu machen, deren Arbeitsleistung mit ca. 40,- bis 50,- Euro pro Wochenende bezahlt habe, stellte ich fest, dass pro Monat ca. 100,- Euro Mehrkosten auf uns/mich zugekommen sind, zusätzlich zum Spezialfutter von Euro 120,- pro Monat, welches ich Keks und Krümel verabreichte. So gesehen, musste ich aus reiner wirtschaftlicher Sicht den Stall wechseln.
Auch ich bin der Milchmädchen-Rechnung in die Falle gegangen.
LG Kurt

Ein Gedanke zu „Die Milchmädchen Rechnung 5.05.2024“