Kategorie: Halle-Barcelona
Keks und Krümel gehen mit mir auf die Reise. (14.05.2019)
Heute geht es von Lettin nach Reit- und Ausbildungsstall Meinhardt, Niederwünscher Straße 4B, Bad Lauchstädt, ST 06246, Deutschland. Die Entfernung beträgt ca. 24 km und es gibt ein Hindernis, welches zu meistern ist. Den Weg zu finden, welcher unter der Autobahn hindurchführt. Zehn Uhr geht es los.
Um acht bin ich zum Stall und habe beide Pferde geputzt und gestriegelt. Es sieht so aus, als ob Beide wüssten, dass es nun eine besondere Reise gibt. Die Route führt vom Stall in Richtung Heide, dann durch die Heide nach Bennstedt, nach Teutschenthal zum Stall in Schafstädt. Schafstädt gehört zu Bad Lauchstädt.


Elf Uhr waren beide fertig zum Ritt. Raus aus dem Gehöft Richtung Heide. Da kommt im vollem HURRA ein Müllauto entgegen und die Pferde springen mit mir ins Gebüsch. Nichts passiert oder doch. Nach einigen Metern spielt Keks, dieser ist das Packpferd, verrückt, denn die Ladung ist verrutscht. Der oben auf liegende Rucksack ist nicht stabil genug befestigt. Also zurück zum Stall. Da ich in die Seesäcke noch das Trockenfutter gepackt habe, waren die Seesäcke sehr schwer mit ca. 18 kg pro Sack. Diese hingen zwar stabil die Seite herunter jedoch der 12 kg schwere Rucksack lag obenauf am Sattel und musste anders befestigt werden. Habe den Rucksack neu vertäut und starte den zweiten Versuch. Hinten hinaus bei der Anlage. Wumms, nach 10 Metern ist der Rucksack verrutscht und Keks spielt wieder verrückt. Die Konsequenz daraus, ich muss für Heute abbrechen. Was nun? Ich entschied mich auf verschieben auf den nächsten Tag. Jedoch muss ein besseres Packkonzept her. Nicht das Gewicht ist das Problem, nein, die Lage vom Rucksack auf dem Sattel. Nach reiflicher Überlegung und Diskussion mit meiner Vertrauten haben wir eine Idee zur Lösung gefunden. Mit diesem Wissen bin ich wieder zum Stall, habe umgepackt und siehe da, die Idee lässt sich umsetzen. Nun liegt das gesamte Gewicht seitlich am Pferd. Wie das funktioniert im Detail sehe ich am 15.05.2019. Neuer Versuch. Die Route bleibt gleich.

VG
Kurt
Es wird ernst! Die letzten Reisevorbereitungen werden getroffen. (9.05.2019 bis 11.05.2019)
Hallo liebe Freunde. Probepacken ist angesagt. Zuerst alles Material zusammentragen, die 70 Liter Seesäcke aus der Originalverpackung hervorholen und aus dem Keller noch den 70 Liter Rucksack sowie Wassersack für die Tiere hervorkramen. Die Seesäcke hat meine Liebste für mich abgewandelt. In den Trageriemen hat sie Schlaufen eingenäht, diese sind für die Befestigung wichtig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur eine Idee wie man das Gepäck befestigt.

Nun ging es zur Frage, was nehme ich mit?



Was und in welch einem Seesack bzw. wo im Rucksack ist was verstaut. Mein Sohn Amadeus hatte einen großartigen Vorschlag, Material auflegen fotografieren, dann weiß ich was wo drinnen steckt. Super Idee und Teilweise umgesetzt. Was habe ich dabei?
- Beschlagwerkzeug
- Reserve Kunststoff beschichtete Hufeisen
- Chaps und meine Lederreithose
- Beil
- 400 Meter Seil
- 200 Meter Elektrozaun Kabel
- Ein Elektrozaungerät batteriebetrieben
- Medizinische Notversorgung für die Pferde, Kompressen, Sterile Binden, Wundsalbe etc.
- 15 kg Kraftfutter
- Solarpanel und Powerpack
- Etc.
Ich habe noch einiges Mehr eingepackt. Wem es interessiert, der kann mich per Mail anfragen, was alles noch im Gepäck ist. Das Wenigste ist der Anteil meine Kleidung. Drei Hemden, viermal Unterwäsche, zwei Jeans, Pullover, Windjacke und Regenmantel. Was nicht fehlen darf ist mein spezieller Wanderreithut, welcher der Fahrradhelm-Norm entspricht.

Donnerstag, Freitag habe ich zusammengepackt, geht alle hinein, wie ist es vernünftig. Man kennt das. Wieviel Gewicht wird zusammenkommen. Wie gesagt, ich habe Donnerstag, Freitag, Samstag geübt, gepackt und umgepackt. Aber geht das aufs Pferd, hält das? Das muss ich noch ausprobieren, aber nicht jetzt. Neben diesen Vorbereitungen habe ich täglich mit den Pferden am Reitplatz geübt. Was? Aufsteigen.
Samstag habe ich bei strömenden Regen mit den Leuten im Reitstall noch abschied gefeiert. Ich habe gehört, dass Wetten laufen wie weit ich komme. Bis bald.
VG Kurt

Kunststoffbeschlag für Keks und Krümel am 4.05.2019
Hallo zusammen, am 4.05.2019 war ein spannender Tag für mich und meinen Pferden. Der Tag begann für mich 6 Uhr morgens am Stall, wo ich zuerst 5 Pferde auf die Koppel brachte. Es regnete die ganze Nacht, die Koppel war aufgeweicht und so standen meine Pferde bis zum Hufschmied Termin in weichem Boden. Das ist für den Hufschmied wichtig, da sich aufgeweichte Hufe leichter bearbeiten lassen. Glück gehabt.
Die Pferde standen nun auf der Koppel und es regnete noch immer. Bis zum Eintreffen von Alex habe ich 5 Ställe komplett ausräumen, denn die Einsteller mussten am 4.05.2019 die Boxen reinigen, denn einige Tage zuvor haben wir den Pferden Entwurmungsmittel ins Maul gespritzt. Witzig, Keks hat sich dagegen gewehrt, Krümel hat es ohne Regung über sich ergehen lassen. Für mich unbekannt ob das Wurmmittel einen besonderen Geschmack hatte. Jedenfalls hat Krümel nichts dazu gemeint.
Da ich Einsteller mit zwei Boxen bin hatte ich nach dem Ausräumen vom Stroh viel zu tun. Boden komplett ankratzen, Stäbe säubern, Fressschüssel reinigen nimmt Zeit in Anspruch.
Alex war pünktlich auf die Minute. 10 Uhr 30 rollte er in den Hof und es regnete noch immer. Da Keks und Krümel, speziell Krümel unter dem Flugdach immer Theater macht, wollten wir in der Stallung am Stellplatz arbeiten. Doch, wie wir so diskutieren hört es auf zu Regnen und wir stellen Beide Seite an Seite lose angeleint an den Sattelplatz, den Platz, welchen sie gewohnt sind.




Alex hat sich umgehend mit Krümel anfreundet hat. Daher nicht wie alle am Hof geunkt hatten, Keks und Krümel sind schwierig, nein beide waren lammfromm. Könnte auch sein, dass das Schwarzbier, welches ich den Beiden zum Frühstück verabreichte einen Beitrag leistete.

Ungeachtet der Unkenrufe hat es bestens geklappt, die Vorbereitung lief reibungslos und bei beiden waren die Hufe für´s Beschlagen vorbereitet. Nun kam der spannende Teil. Da ich vor einigen Monaten einen Leckstein mit Lakritze gekauft hatte und beide Lakritze mögen, haben wir sie beim Beschlagen lecken lassen. Das taten sie mit einer solchen Begeisterung, dass sie vergessen haben was an den Hufen passiert. Nach drei Stunden war alles erledigt. Die Beiden laufen gut und schön auf den neuen „Eisen“, welche in Wahrheit aus Kunststoff sind.
Wenn ihr mit Alex arbeiten wollt, er lebt im Postleitzahlgebiet 06193, dann schreibt Alex ein Mail auf Info@alexander-decker.de
VG
Kurt
Der Termin rückt näher. Zur noch zwei Tage zum Abreisetermin. (12.05.2019 bis 13.05.2019)
Am Sonntag haben wir noch einmal die ersten Etappen besprochen. Die genaue Route zum ersten Ziel festgelegt. Dann sind wir mit dem Auto die Schlüsselstellen abgefahren und haben zusätzlich die zweite Etappe angeschaut. Montags bin ich wiederum in den Stall, habe beim Ausmisten geholfen, danach bin ich zum Frisör, habe noch eine Mundharmonika und Blockflöte gekauft damit ich Keks und Krümel was vor musizieren kann. Ob die es mögen wird sich weisen.
Zurück aus der Stadt habe ich nachmittags gesattelt und bin mit den Beiden auf den Reitplatz. Aufsteigen ist angesagt. Erstaunlich, die Beiden haben mich problemlos in den Sattel gelassen.

Das Probepacken ist erledigt, die Gepäckstücke müssen nun aufs Pferd. Dazu habe ich Keks gesattelt und bin mit ihm zu meiner 300Meter entfernten Wohnung gegangen, nicht geritten. Dort habe ich die von mir angestellte Packüberlegung ausprobiert. Siehe da, es funktioniert.

Um aber zu sehen, was passiert, wenn Keks schneller läuft bin ich auf den Reitplatz und habe Keks longiert. Da musste ich lernen, dass der Sattel ganz sicher sitzen muss und das Gepäck gut verschnürt ist, ansonsten rutscht es ggf mit dem Sattel auf einer Seite herunter. Das ist mir beim Longieren passiert. Der Sattelgurt war nicht fest genug angezogen.
Wieviel Gewicht trägt das Begleitpferd? Ca. 35 kg. Ich habe alle Teile gewogen, die Seesäcke wiegen 11 kg pro Seesack, der Rucksack wiegt 13 kg.
Wie wird das Ganze befestigt? Die Seesäcke hängen seitlich und der Rucksack liegt oben quer.


Viele Grüße
Kurt
Keks und Krümel in weiteren Belastungs- und Stresstest (01.04.2019 bis 14.04.2019)
Es geht in die spannende Phase. Am 14.05.2019 möchte ich meine Tour nach Barcelona starten. Zahlreiche Vorbereitungen treffe ich um gut gewappnet den Trail zu starten. Zwischenzeitlich habe ich noch Besorgungen gemacht. Ich habe ein Hufbearbeitungs-Notwerkzeug gekauft, dann noch 3 mal 100 Meter Seil, eine Weidezaungerät batteriebetrieben, zwei Unterhosen mit Einlage damit der Hintern nicht aufscheuert und ganz wichtig zwei große Seesäcke, welche ich nun zu leicht handhabbaren Säcken mit einfacher Befestigung an einem Westernsattel vorbereite. Das WIE zeige ich in einem der nächsten Beiträge. Klar habe ich Wassersäcke faltbar, man kann diese auch als Futtersäcke verwenden und ich habe mich zum Thema Fastfood für Pferde informiert. Glaubt mir, ich bin noch immer verwirrt. Es ist erstaunlich was es alles am Markt gibt, welches Mittelchen oder Futterzusammensetzung für welches Pferd bei welchem vermeintlichen Leiden gibt. Es hat mich beinahe verrückt gemacht. Täglich habe ich die umfangreichen Kommentare gelesen bis Schluss endlich ich mich für folgenden Futterzusatz entschieden habe.

St.Hippolyt Super Futter für Top-Leistung! Laut Beschreibung liefert St.Hippolyt Supercondition die Basis für eine ideale Versorgung des kompletten Muskelapparates und einen ideal funktionierenden Muskelstoffwechsel. Das Ergebnis: Fitness, Kondition und auch kurzfristige, effiziente Leistungsabrufung sind der Standard. Ob das stimmt, werde ich erst in einigen Tagen wissen. Angeblich macht dieses Futter die Pferde glücklich und ausgeglichen. Na ja, ich glaube es fürs Erste.
Was passiert und was steht in den nächsten Tagen noch auf dem Programm. Zum eine Fenz bauen, dazu muss ich noch die Baum-Seilschlingen bauen, deren brauche ich mindestens 8 Stück. Dann die Spanngurte vorbereiten und nochmals auf Funktion prüfen sowie 120 Meter Weidezaundraht/Schnur besorgen, denen n ansonsten kann ich mir das Weidezaungerät sparen. Wichtig ist auch der Baumzelt Test, welchen ich seit Wochen vor mir herschiebe.
Ich denke, dass die regelmäßigen längeren Ausritte gut sind für die Pferde um diese zu konditionieren. Pro Woche auf drei Tage verteil ca. 35 km. Z.B. 18 km am Stück, dann 9 bis 12 km am Folgetag und am dritten Tag noch einmal 5 bis 8 km. Danach gibt es wieder Ruhezeit. So sieht aktuell das Trainingsprogramm für die Pferde aus.
Bei den letzten Ausritten haben wir wiederum die Fähre benutzt. Man muss die Nutzung einer Fähre regelmäßig üben, genauso wie das Verladen in den Anhänger.
VG
Kurt
Wann geht die Reittour los? Stand 25.03.2019; Mitte Mai 2019
Da ich die letzten Wochen mit einer scheußlichen Verletzung an der linken Hand außer Gefecht gesetzt wurde, hat sich der Termin um einige Tage nach hinten geschoben. Geplant 1.Mai 2019, es wird wohl ca. 14 Mai werden. Warum? Nun, so manche Übung ist noch nicht gemacht. Meine Sachen packen, Pferde bepacken, Baum Zelt ausprobieren, Drohne programmieren, Stromversorgung für Mobil-Phone testen, Fenz bauen und mit Elektrozaundraht absichern etc. Noch viel zu tun die nächsten Wochen. Da ich aktuell beinahe vier Wochen verloren habe hinke ich hinterher. Die Bestellungen für den Elektrozaun, sowie die zusätzlichen Seile ist noch nicht erfolgt. An reiten war ebenfalls nicht zu denken, sodass ich für den 29.03.2019 drei Stunden reiten am Reitplatz mit Begleitpferd an der Führleine noch vor mir habe, sowie einen Ausritt über 20 bis 25km. Apropos Ausritt. Ich war bei Freunden auf der Insel Mallorca und wir sind ca. 25 km geritten mit einer kurzen Pause von 1/2 Stunde. Das hat bestens geklappt, jedoch war es ohne Begleitpferd an einer Hand.

Die Übung, reiten lange Distanzen mit Begleitpferd, wird noch spannend, denn mehr als eine Stunde habe ich noch nicht geübt. Interessant wird auch, wie das Bepacken der Pferde funktionieren wird, passt meine Vorstellung. Da ich die Pferde täglich wechseln will, muss ich die original Sattel auflegen. Bilder folgen. Auch muss ich die nächsten Tage meine beiden Hotis beschlagen lassen, denn das Thema Hufschuhe hat sich wohl erledigt oder doch nicht? Mal sehen was sich noch auftut.
VG Kurt
Die neue Tour. 60 Tagesetappen von Leipzig nach Barcelona, Ruhetage nicht eingerechnet. Ersetllt: 3.3.2019

Nachdem meine kalabrischen Freunde mir dringend von der Tour Sizilien nach Leipzig erfolgreich abgeraten haben, habe ich bereits vor einigen Wochen mit der Planung Umgebung Leipzig nach Barcelona begonnen. Die erste Frage lautet, wie plant man so eine Tour? Ich könnte einfach drauf los reiten, sehen wieweit ich komme pro Tag, bemühe in der Nacht Hotel „Fichte“ und weiter geht es am nächsten Tag. Etappen ca. 25 bis 30 km, so könnte ich es machen. Jedoch kam ich zum Schluss, dass bei immer weniger Natur, welche durch Hauptstraßen und Autobahnen durchschnitten ist, bedarf es doch einer Planung, auch wenn ich diese sicherlich nicht zu 100% umsetzen kann.

Und wie reite ich von Leipzig nach Barcelona? Direkt nach Süden, ein wenig nach Westen in den Thüringer Wald? Durch die Rhön, östlich an Frankfurt vorbei, dann durch den Spessart, den Odenwald oder doch nördlich von Frankfurt über Vogelsberg, Taunus in den Hundsrück? Alles Überlegungen die ich intensiv bearbeitet habe. In langen Diskussionen mit Freunden habe ich doch zwei Routen ausgearbeitet. Zuerst östlich vorbei an Frankfurt und eine Route nördlich von Frankfurt. Östlich von Frankfurt nach Süden und dann westlich an Stuttgart vorbei in den Schwarzwald und in die Vogesen. Ist es doch besser Frankfurt im Norden zu passieren, Vogelberge, Taunus über den Hunsrück durchs Saarland in die Vogesen? Diese Routen sind aus meiner Betrachtung die größte Herausforderung. Wie die Planung weiter geht erfahrt ihr im nächsten Beitrag. Die Routenplanung ist ein Thema.
Was ist mit den Pferden, wie erfolgt die Ernährung der Tiere, wo bringe ich die Tiere unter über Nacht? Alles Fragen die mich ständig bewegen, welche mit Freunden Diskussionen auslösen und wo ich immer wieder unterschiedliche Ratschläge erhalte. Nachdem alle Ansichten in sich richtig und schlüssig sind, muss ich für mich eine Entscheidung treffen. Eine Möglichkeit ist, Reiterhof um Reiterhof anzusteuern. Jedoch das wird nicht immer gelingen. Damit ich weiß, was ich als Alternative machen kann um die Tiere sicher in der Nacht unterzubringen, habe ich einen Plan entwickelt, die mobile leichte Fenz. Was brauche ich dafür? Seile, Spanngurte, vorbereitete Seilschlingen und einen Platz mit Bäumen, nicht zu dicht, wo diese ungefähr in einem Rechteck oder Quadrat zueinander stehen.


Baumseilschlinge, damit der Baum nicht beschädigt wird.
Wie baue ich eine Fenz? Dazu habe ich 3 Seile a 100 Meter gekauft, Seilschlingen für die Befestigung vorbereitet und Spanngurte im Gepäck. Ideale Seile sind Kletterseile, die bekommt man in ausreichender Länge und Stärke.
Mit diesen Utensilien ausgerüstet lässt sich eine kleine Fenz in einer Waldlichtung bauen. Wie ich eine einfache Fenz baue, zeige ich in einem gesonderten Beitrag noch mit Bildern. Ob diese Fenz sich bewährt, dass wird sich in den nächsten Tagen herausstellen, denn ich werde im März bzw. April 2019 eine zwei bis drei Tage Tour machen. Etwas steht bereits heute fest, egal welche Route ich wähle, es sind ca. 60 Etappen ohne Ruhetage.
Bis zum nächsten Mal.
VG Kurt
Geplante Wanderreittour mit Keks und Krümel ca. 2000km von Sizilien nach Leipzig (28.01.2019 – 15.02.2019)

Ursprünglich war mein Vorhaben, von Sizilien aus nach Leipzig auf den Spuren von Goethe zu reiten.
Dafür hatte ich geplant, in Sizilien von Catania aus nach Messina reiten, dann mit der Fähre nach Kalabrien überzusetzen und den Apennin mittig von Süden nach Norden zu durchqueren. Als Krönung der Tour wollten wir die Alpen im Großglockner Gebiet bezwingen und anschließend durch das wunderbare Österreich und bis nach Leipzig vorankommen. Eine sehr spannende Tour, für welche ich im vergangenen Jahr die Pferde Keks und Krümel gekauft hatte und in jeder freien Minute trainiere. Die Route war beinahe fertig geplant, die Themen Pferdefutter und Unterbringung beinahe gelöst. Nur der Transport der Tiere nach Sizilien war noch offen. Und dann kam die Diskussion mit italienischen Freunden. Warum die Diskussion? Man möchte ja ein wenig mehr über Land und Leute und die Gepflogenheiten erfahren. Freunde von mir sind aus Kalabrien und Kalabrien wäre Teil der geplanten Route. Monatelang beknieten mich die Freunde, von diesem Plan Abstand zu nehmen. Deren Argument ist, Kalabrien sei mafiös und für einen einzelnen Reisenden mittlerweile sehr gefährlich, da viele Menschen arm sind. Sie befürchten, dass ich ausgeraubt oder meine Pferde gestohlen werden.

Nach endlosen Diskussionen und Abwägen der Risiken habe ich mich überzeugen lassen. Aussagen der Freunde, du musst zumindest eine „Schrotflinte“ dabei haben, haben mich nachdenklich werden lassen. Ich als Österreicher mit Schusswaffe im fremden EU-Land, welcher in vermeintlicher „Notlage“ schießt und vielleicht auch trifft, das ist mir doch zu riskant. Schließlich liebe ich meine Freiheit und nicht die gesiebte Luft hinter Gittern. Derweil ich jetzt diese Zeilen schreibe, bin ich doch nach wie vor ein wenig traurig, dass ich umdisponiert habe. Sizilien, Kalabrien, durch den Apennin, bei Heiligenblut nach Rauris – Großglockner Gebiet – über die Alpen, dieses Vorhaben hatte mich schon begeistert und einen starken Reiz auf mich ausgeübt.

Über die Alpen von Heiligenblut nach Rauris sind 1500 Höhenmeter zu überwinden auf einer Distanz von 32km, das wäre eine tolle Herausforderung. Dass ich jetzt umplane, liegt auch am fehlenden Transport. Leider konnte ich keine Firma finden, welche meine Pferde nach Süden gebracht hätten, wobei nicht einmal eine bestimmte Stadt anzuvisieren gewesen wäre. Gut, nun sitze ich mit einer geänderten Vision und einem halbfertigen Plan in der Tasche am Schreibtisch und überlege, wie ich diesen Plan kommuniziere. Die neue Route führt mich von Leipzig quer durch Deutschland und Frankreich nach Barcelona. Geplant sind Tagesetappen von ca. 30km, das sind je Pferd 15km mit mir als Reiter auf dem Rücken. Zu Beginn der Tour würde das bedeuten, dass ich einmal am Tag das mitgeführten Gepäck , welches max. 60 kg haben wird, von einem Pferd auf das andere Umpacken muss. Solange, bis sich die Pferde daran gewöhnt haben, mich eine ganze Tagestrecke zu tragen.
Damit das alles klappt, habe ich nun das Reiten mit Handpferd im Trainingsprogramm . Dabei stellt sich heraus, dass Krümel als Führender mit Keks im Schlepptau sehr gut funktioniert. Mit Keks als Führpferd ist es ein wenig schwieriger, denn Keks geht noch immer nicht sauber am Einhandzügel. Da muss ich noch Einiges an Übungseinheiten reinstecken. Nun gut Freunde, im nächsten Blog werde ich die Route bekannt geben. Eines kann ich bereits jetzt verraten, die Tour dauert im Minimum 60 Tage ohne Pause für Pferde und Reiter. Mal sehen, wer früher Ruhe benötigt?
VG
Kurt
Fähre Fahren und Aufsteigen ohne Stress. Intensives-Training. (31.12.2018 bis 13.01.2019)
Am 31.12.2018 war es soweit. Auf zur Fähre, Freunde besuchen und wiederum zurück. Wir haben aufgesattelt und sind über die Hügelkette am Fluss zur Fähre geritten. Dort abgestiegen, mussten wir zuerst den Fährmann um Erlaubnis bitten die Pferde auf die Fähre zu bringen.

Nach leichtem Murren hat er zugestimmt, bestimmt hat es nicht nur gute Erfahrungen gemacht. Zu unserem Erstaunen sind Keks und Krümel problemlos auf die Fähre gegangen. Sobald diese ablegte wurden beide etwas nervös, jedoch hat es perfekt geklappt, nachdem wir uns vom Dieselaggregat entfernt hatten. Am anderen Ufer gab es einen ausgiebigen Spaziergang, da unsere Freunde kurzfristig verreist waren. Den Weg zurück haben wir wieder mit der Fähre unternommen. Jetzt waren die Pferde doch nervöser als vorher und haben einiges auf der Fähre hinterlassen, was händisch zu entfernen war, die Kehrschaufel hatten wir vergessen. Zurück am heimatlichen Ufer wollte ich wiederum auf Keks aufsteigen, was sich als schwierig darstellte. Mit anderen Worten, selbst mit fremder Hilfe war das Aufsteigen ein Kraftakt. Es wurde Zeit, dass beide Pferde das Aufsteigen als natürlichen Teil im Umgang mit ihnen zulassen. Intensives Training erforderlich, oder? Sowohl Keks und Krümel hatten unterschiedliche Eigenheiten. Um aufzusteigen brauchte man Hilfe. Keks wich ständig zur Seite aus, ging vorwärts oder rückwärts. Auch Krümel zeigte ähnliches Verhalten. Zur Seite und vor allem nach hinten.


Das äußert sich so, man nähert sich dem Steigbügel und das Pferd geht weg. Noch schlimmer war es dann mit der Aufsteighilfe, diesem gefährlichem „Monster“. Kaum aufgestellt, kam die „Fluchtreaktion“, je nach Pferd, nach vorne oder hinten. Was tun? Dazu habe ich mich an Nathalies Worte erinnert: „du musst dem Pferd eine Komfortzone schaffen“, jedoch wie geht das? Nathalie sagte: „Stell ein Pferd konsequent immer an die gleiche Stelle, bis es kapiert, es ist ungefährlich“. Dazu habe ich zum Training die Aufsteighilfe zirka 1 Meter parallel zur Einzäunung am Reitplatz gestellt. Anschließend den Keks an der Führleine in den Zwischenraum geführt, mit Keks geredet, Streicheleinheiten verteilt und Keks gezeigt, dass nichts Gefährliches passiert. Als Belohnung, sobald Keks still gestanden hat ohne Bewegung nach vorne oder nach hinten, bin ich auf die Aufsteighilfe gestiegen und habe mich auf den Sattel gelehnt, um Keks mit dem Gewicht langsam vertraut zu machen. Jedes Mal, wenn Keks diese Übung erfolgreich bestanden hat, gab es, neben lobenden Worten und Zärtlichkeiten, ein Leckerli. Danach gab es Pause für Keks und dieselbe Prozedur begann nun mit Krümel. Schritt für Schritt identisch solange bis Krümel ohne Führleine in der Hand neben der Aufsteighilfe stehen blieb und mich anstandslos aufsteigen ließ. Streicheleinheiten, lobende Worte und zur Krönung Leckerli. Sofort nach dem Erfolg der Übung Pause für Krümel. Danach wiederum eine Wiederholung mit Keks und danach wiederum Krümel, das Ganze viermal, vier Tage in Folge. Nachdem beide Pferde die Übungen mit Bravour gemeistert haben, sie mich anstandslos über die Aufsteighilfe aufsteigen ließen, habe ich zum Abschluss einige Runden mit Keks und danach mit Krümel am Reitplatz absolviert. Es ist schon entspannt, wenn man keinerlei Hilfe beim Aufsteigen braucht. Ob das in den nächsten Tagen wieder problemlos funktioniert, werde ich sehen. Fest steht, Leckerli wirken Wunder oder ist es die konsequente Umsetzung der Übung? Vier Tage hat es gedauert bis alles klappte. Ich glaube, Keks und Krümel und auch ich haben einiges gemeinsam gelernt.

Daher, bis zum nächsten Mal.
Euer Kurt
