Hut oder Helm oder beides?

Die Geschichte hinter dem Hut mit integriertem Kopfschutz – von der Idee bis zur Fertigstellung

Ich bin Wanderreiter. Nirgendwo sonst fühle ich mich so ursprünglich und intensiv mit der Natur verbunden wie auf dem Rücken eines Pferdes.

Hingegen: Das größte Glück der Pferde scheint der Reiter auf der Erde. Das galt zumindest für meine beiden, als ich im letzten Jahr (2019) meine Tour von Halle/S. nach Barcelona nach 500 km wegen Satteldrucks abbrechen musste. Mein neuer Hut mit integriertem Kopfschutz dagegen bestand alle Herausforderungen mit Bravour. Das ist wichtig, denn das kannte ich auch anders.

2017 hatte ich das Wanderreiten erstmals für mich entdeckt, zuerst noch mit einer organisierten Reitgruppe u.a beim Habereder im Bayrischen Wald.

Im April 2017 war ich in Sizilien. Der 180 km lange Trail führte uns quer durch Sizilien vom Landesinneren bis hin zum Ätna. Ich erinnere mich gut: es war April und es war eiskalt. Alle Teilnehmer trugen ordnungsgemäß ihre Reithelme. (bei Veranstaltern obligatorisch)

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Anfangs sah es einfach nur komisch aus, wenn eine Horde Wanderreiter mit kugelrundem Kopf die steilen Hänge queren. Doch nach einem Tag wurden die Reithelme auch unbequem und ausgesprochen unpraktisch. Bei Regen lief einem das Wasser direkt den Rücken hinunter, meistens auch noch durch … und der Sattel quiekte.

Also suchte ich nach einer Alternative. Ein Fahrradhelm wäre möglich gewesen – nun ja, wem die Optik egal ist, mag hiermit zurechtkommen. Für mich war das eher nichts. Noch auf der Reittour probierte ich es daher mit einem Helm aus Polyester, auf den wiederum sich ein Hut stülpen lässt. (https://www.hauptner.ch/de/pferdesport/pferd/westernreiten/zubehoer-western/westernhut-kopfschutz)

Bilder: Original vom Anbieter

Was soll ich sagen? Es war suboptimal. Weder passte der Helm richtig auf meinen Kopf, noch entsprach er der Sicherheitsnorm. Dass der Hut beim Galoppieren aber immer vom Helm flog und sich auch mit einem Band nicht vernünftig fixieren ließ (also ohne mir beim nächsten Windstoß die Luft am Halse abzuschnüren), das war dann doch mehr als nur unangenehm.

Doch das Wanderreiten hatte mich gepackt und ich war nicht gewillt, die Suche nach einem guten Reithelm aufzugeben. Meine Ansprüche waren so groß nicht: Es sollte Helm und Hut in einem sein. Eine gutaussehende, bequeme Kopfbedeckung mit integriertem Kopfschutz. Kann so schwer nicht sein, dachte ich mir. Und doch brachten meine Internetrecherchen zunächst kein Ergebnis.

Monate später habe ich schließlich doch ein amerikanisches Produkt gefunden, das meiner Idee nahekam (https://resistol.com/pages/resistol-ridesafe). Ein Helm mit integriertem Hut. Oder andersherum? Egal. Typisch amerikanisch allemal: groß, mächtig, fast wuchtig. Aus großer Entfernung wirkt das Produkt sehr gutaussehend, perfekt für Westernreiter. Doch schaut man genauer hin, wirken die schwarzen Kinn-Strapse und auch die ausladende Krempe nicht authentisch. Für mich war auch dieses Produkt leider keine echte Alternative.

Bilder von: https://resistol.com/pages/resistol-ridesafe

Ich hatte also die Wahl: aufgeben oder selber machen. Wer mich kennt, weiß, dass ich so schnell nicht den Kopf in den Sand stecke. Also habe ich mich selbst an die Arbeit gemacht. Ich wollte Authentizität pur.

Meine Idee war daher, in Wanderreithüte und Westernhüte bekannter Hutmarken einen Kopfschutz zu integrieren. Gemeinsam mit meinem Partner, einer Manufaktur aus Leipzig, habe ich viele Monate an Konzeption, Design und Umsetzung gearbeitet, bis nach vielen Anläufen schließlich die ersten hochwertigen Hut-Helme fertigstellen konnten. Welche Herausforderungen es auf diesem Weg zu meistern gab, lesen Sie gern hier. (verlinken)

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Mein erster Prototyp. Hat spitzenmäßig gedient 500km. Diesen Hut trage ich noch heute

Der erste Westernhut mit integriertem Kopfschutz laut EN
Von der Idee zum Helm: Herausforderung EN-Norm

Auch wenn die Idee eines „Hut-Helms“ für Reiter nicht ganz neu ist, gibt es bislang keine Produkte, die meine Anforderungen überzeugend erfüllen:

  • Sicherheit, die durch die DIN-Norm für Reithelme vorgegeben ist
  • authentisches Aussehen
  • Tragekomfort (Bequemlichkeit und Wetterschutz)

Ein Bild, das drinnen, sitzend, Tisch, Hut enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Die ersten Modelle

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Kinnriemen offen

Ein Bild, das drinnen, weiß, sitzend, Tisch enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Kinnriemen Prototyp

 

Der Weg von der Idee zum Produkt war lang und lehrreich. Insbesondere die Umsetzung der EN-Norm war eine große Herausforderung. Für Schutzhelme gelten danach folgende Kriterien:

  • Je nach Sportart muss der Helm eine definierte Festigkeits-Anforderung erfüllen, welche als Schutzklasse bezeichnet wird.
  • Das verwendete Material muss z.B. bei einem Sturz auf einen Stein gewährleisten, dass die Spitze des jeweiligen Gegenstands das Material nicht durchdringt, so dass der Kopf unverletzt bleibt.
  • Der Helm muss durch einen Befestigungsmechanismus fest am Kopf befestigt werden können.
  • Die Lebensdauer des Helms soll bei Unversehrtheit mindestens 48 Monate betragen.
  • Der Kopfschutz soll leicht sein und den Tragekomfort unterstützen.

Die Fahrradhelm-DIN-Norm war recht einfach zu erfüllen, die schaffte mein Hut-Helm schon im ersten Anlauf.

Ein Bild, das Person, drinnen, Hut, tragen enthält. Automatisch generierte Beschreibung
Mein erster Hut mit integriertem Kopfschutz

Die Hürden für die Reithelm-Norm allerdings lagen etwas höher. So muss beispielsweise der Kinnriemen in allen Lagen mit einer Hand zu öffnen sein. Mir selbst war außerdem wichtig, dass der Riemen einfach verstellbar ist und optisch gut zum Hut passt. So richtig ins Schwitzen kamen wir bei der Ermittlung der passenden Kinnriemenführung. Denn Abgucken war nicht, wir wollten es selbst schaffen und dabei vielleicht ganz neue Wege gehen. Bis der Kinnriemen schließlich saß, wie und wo er sitzen sollte und allen Vorgaben entsprach, haben wir uns unzählige Male getroffen, getüftelt und gewerkelt.

Doch schließlich hat sich die Arbeit gelohnt. Denn neben der Umsetzung der DIN-Norm ist uns das Wichtigste wirklich gut gelungen: man sieht dem Hut nicht an, dass er eigentlich ein Helm ist. Erkennungsmerkmal ist einzig der Kinnriemen. Wanderreiter, Westernreiter, Freizeitreiter: alle können nun einen authentischen Reiterhut mit verlässlichem Kopfschutz tragen. Und darauf bin ich schon ein bisschen stolz.

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Mein Vorzeigemodell!

 Link zum Shop: http://www.hat-line.com

Keks und Krümel sind zurück im Heimatstall 3.07.2019

Hallo liebe Leser,

es ist schade, dass ich die Reise abbrechen musste, aber die Verletzungen der Pferde habe eine Weiterreise mit Gepäck nicht zugelassen. Beide haben Druckstellen im Bereich Widerrist und laut Tierärztin muss das zuerst ganz verheilen. Also was nun? Die Pferde bei Beate in Weiler an der Nahr für einige Wochen stehen lassen oder wieder nach Sachsen-Anhalt in den Stall bringen? Jetzt geht es zuerst einmal darum wie kann ich die Pferde transportieren. Wie bereits angekündigt geht es um den Rücktransport. Mit welch einem Fahrzeug, wo den Pferdetransporter ausborgen. Alles Fragen die ich am 1.07.2019 und 2.07.2019 klären musste. Das Fahrzeug ging relativ einfach. Ich habe den VOLVO XC60 von zu hause angefordert. Laurent, der möchte nach Kolumbien, bringt mir das Fahrzeug. Es ist stark und schwer genug um einen voll beladenen Pferdeanhänger zu ziehen. Wo bekomme ich den Pferdeanhänger her? Dieses war etwas schwieriger denn alle Anhänger im Reitstall sind laut Aussagen defekt. Schade, denn die hätte ich schon längst reparieren können. Wir hatten einen Verleiher aufgetan, welcher aber kurzfristig absagte. Was nun? Gott sei dank gibt es Nähe Leipzig die Firma Schuhknecht, welche uns zu moderaten Konditionen einen Pferdeanhänger zur Verfügung stellt.

Hunsrück, Wein und Fels
Schroff, aus dem Zug gesehen
Ob das auch gut für Kletterer ist?

Das ist geklärt, jetzt muss ich am 1.07.2019 schnell nach Sachsen-Anhalt Leipzig, wo mir Laurent das Fahrzeug am 2.07.2019 übergeben wird. Beate brachte mich zum Zug. Die Landschaft im Hunsrück ist faszinierend, sanfte Hügel und schroffe Felsen. Zuhause wurde ich bereits erwartet. Das nennt man Service. Hänger ist organisiert und am 2.07.2019 gegen 13 Uhr bekomme ich den Volvo XC60, ob das klappt. Am 2.07.2019 ist es soweit, Laurent ist 13 Uhr bei Schuhknecht und ich übernehme. Fahre gleich anschließend mit dem Gespann nach Weiler und habe die Hoffnung, dass Beate noch ein Bett für mich hat, Von Unterwegs versuchte ich mich anzumelden. Ging nicht. Festnetz, Mobil ohne Erfolg. 20Uhr 30 bin ich am Stall, niemand ist erreichbar, so kann ich am Folgetag auch nicht 4 oder 5 Uhr aufbrechen.

Die Nahr, Nähe Weiler
Krümel auf der Weide bei Beate

 

Wie löse ich das mit dem Schlafen, keine Hängematte, kein Schlafsack im Auto, Hotels rar. Es bleibt nicht anderes übrig als die Nacht im Fahrzeug zu verbringen, das habe ich schon 30 Jahre nicht gemacht. Am 3.07.2019 bin ich 6Uhr aus dem Fahrzeug gekrochen, erstaunlicher weise hat mein Gerippe nicht geschmerzt und 7 Uhr konnte ich Beate erreichen, schön. Zwischenzeitlich haben Stallmitbenützer den Schuppen aufgesperrt, sodass ich mein Gelumpe in den Kofferraum packen konnte. Es ist 8 Uhr und ich habe auch die Pferde verladen. Das ging erstaunlich einfach. Keks ist einfach „eingestiegen“ Krümel hat zwei oder drei Minuten nachgedacht und ist dann freiwillig in den Anhänger. Jetzt geht es los, danke an Beate und an alle Helfer. Fünf Stunden Fahrt sind zu absolvieren, ob ich das problemlos schaffe, habe seit mehr als 30 Jahren keinen Wagen mit beladenen Hänger gefahren. Es ging erstaunlich gut. Unterwegs versuchte ich die Hotties zu tränken, erfolglos, kein Durst.

Keks und Krümel vor der Abreise.
Gespann vorm Reitstall.
Es ist mir mit mehreren Anläufen gelungen den Anhänger schön einzuparken

 

Das Gespann

 

So gegen 14 Uhr bin ich ohne Schwierigkeiten auf der Strecke beim Stall angekommen und habe problemlos entladen. Die Beiden kannten sich sofort aus und Keks trompetete seine Anwesenheit hinaus. Wie geht es weiter? Ich werde einige Wochen arbeiten und zum geeigneten Zeitpunkt von Weiler weiter reiten. Noch ein Hinweis: ich habe bis jetzt zig Theorien zum Thema Satteldruck Ursachen bekommen. Ich werde die Ursache eruieren und im Blog mitteilen, denn es könnte auch sein, dass z.B. der Sattel ideal passt jedoch das gewählte Sattel Pad zu dick ist. Wer weiß es wirklich?

Ein Dank gebührt allen meinen Vertrauten und der Fa. Schuhknecht, An der Hebemärchte 10 Gewerbegebiet Baalsdorf 10, 04316 Leipzig, Tel: 0341/6522070 und Familie Lamp, Idarstrasse 9, 55627 Weiler/Nahr, Tel: 067548240

Mehr gibt es später. LG Kurt

Nach 36 km Rundwanderung in Weiler bei Monzingen gelandet. 30.06.2019

Es schmeckt immer.

Es hätte anders sein können, wenn, ja wenn die Pferde nicht Verletzungen durch Satteldruck hätten. Ja, wenn! So muss ich mich den Gegebenheiten anpassen und habe lange überlegt was tun? Eine Variante wäre, ich lasse bei Familie Lamp die Hotties stehen für die nächsten vier Wochen bis diese auskuriert sind. Eine andere Überlegung war, jemand transportiert meine Gepäck zu einem vordefinierten Ort und ich gehe die Pferde im Schlepptau dort hin, zum Beispiel eine Strecke von 120 Kilometer. Diese Überlegungen spielte ich durch und war beinahe überzeugt eine davon zu nehmen oder doch zurück in den Heimatstall? Noch hatte ich mich nicht entschieden.

Ganz schön staubig am Reitplatz.
Wälzen gehört dazu.

Es war sehr angenehm den Körper in Schwung zu setzen, den Pferden eine Auszeit geben und mit den Beiden am Reitplatz zu üben. Keks drängte normalerweise immer am Führstrick bis ich heraus fand, dass es reicht eine Peitsche in die Hand zu nehmen und Keks drängelt nicht mehr. Bei Krümel machte ich auch eine Entdeckung. Dieses Vieh was angeblich keinen Fluchtinstinkt hat, kann man longieren, wenn die Peitsche scharfe Schnalz-Töne von sich gibt. Ein durchaus brauchbare Erkenntnis. Zusätzlich habe ich beiden versuch beizubringen sich parallel zu einem Hindernis zu stellen, als Vorübung zum Gatter öffnen und schließen. Keks ist an der Longe zügig getrabt und über Hindernisse gesprungen, das konnte ich Krümel nicht abverlangen.

Keks soeben am Boden

Krümel ging im Laufschritt lässig über den Balken, aber springen, was ist das. Die Gegend um Weiler ist schön geprägt von einer hügeligen Landschaft mit Getreidefeldern, Weinanbau und einer Vielzahl von Pferdekoppeln. Es ist schön hier und bei Familie Lamp lässt es sich gut aushalten.

Frühstück im Freien.

Tolles Essen, gute Gespräche und für die Beiden eine große Koppel zum Grasen.Hinweis zum Titelbild, in meiner Freizeit mache ich Kleinigkeiten aus Leder, wie z.B. dieser Halstuch-Knoten aus ~1,5mm dicken Leder.
Die Maße sind:
Höhe ca. 40mm
Durchmesser ca. 15mm
Gewicht ca. 5 Gramm ohne Concho

Concho
Poliertes Silver
Durchmesser ca. 19 mm

Bis zum nächsten Mal.

Kurt

Weinservice Lamp

Idarstraße 9
55627 Weiler/Nahe
Tel: 00491708421677

http://www.pferdehof-unterauerhell.de
weinservicelamp@freenet.de

Vom Camping Platz nach Kirn und ggf. noch weiter in den Süden. 36 km Rundwanderweg? 29.06.2019

Bach am Campingplatz

So lautete die Idee. Auf in den Süden. Vom Ausgangspunkt Campingplatz Haumühle nach Kirn und noch weiter südlich.

Keks vorm Aufbruch
Blick ins Tal. Hunsrück ist schön.

Der Gedanke war, trenne dich von der Vorstellung einen Punkt zu erreichen, sondern versuche täglich 30km in den Süden vorzustoßen. Daher auf nach Kirn, einer größeren Stadt dort gibt es sicherlich Pferdehöfe. Ja, gibt es. Leider ist dort Westernreitturnier. Doch von Vorne. Die Nacht habe ich in der Hängematte am Bach geschlafen. Gemütlich aber im Morgengrauen auch ein wenig kalt. Die Feuchtigkeit kroch den Bach herauf. Vier Uhr morgens bin ich dann aus der Hängematte und habe den Pferden einen erweiterten Platz zum Grasen eingerichtet. Sieben Uhr brachte mir Olaf’s Frau Frühstück und Kraftfutter für die Pferde. Beim Aufsatteln habe ich mir besorgt die wunden Stellen am Widerrist angesehen. An reiten ist nicht zu denken. Also auf nach Kirn Richtung Süden. Der Weg führt durch Natur zum Schloss Dhaun. Dort sehe ich einen Wegweiser nach Weiler ca. 6,5 km, aber ich will doch in den Süden. Daher ignoriere ich das Schild und laufe mit den Hotties im Rücken nach Kirn. In Kirn rufe ich den Reitstall an um zu erfahren, dass die keinen Platz haben. Empfehlung, gehe nach Weilern. Genau genommen hätte ich sofort umdrehen müssen, denn vom Eingang nach Kirn zurück nach Norden nach Weilern wären es nur 6 km gewesen. Aber nein, ich gehe zum Reitstall. Das zieht sich durch den Ort Kirn  Kilometer um Kilometer bis ich die Brücke zum Reitstall finde, dann noch einen Kilometer und ich bin vor Ort. Schön ist, dass es Kraftfutter und Wasser für meine Tiere gibt und für mich nach 365 Tagen das erste alkoholische Getränk. Laut Auskunft ist es von dort eine halbe Stunde nach Weiler. Von wegen halbe Stunde. Der Weg windet sich sanft den Hügel hinauf, kein Abzweig ins Tal wird vom Navi vorgeschlagen und so gehe ich Kilometer, wie viele es zu viel sind werde ich nie erfahren. Der Weg ist lang und will kein Ende nehmen. Neun Kilometer noch. Mir brennen die Fußsohlen und der Durst bringt mich um. Der Planet sticht und wir traben, leicht belämmert, den Weg entlang. Endlich geht es über die Nahr.

Krümel verletzt, Satteldruck.
Keks verletzt, Satteldruck.
Beide mit der Satteldruck Marke.

Nur noch vier Kilometer durch Weinberge bis zum Ziel. Bei der Wanderreitstation werde ich von Frau Lamp bereits empfangen. Am Ziel, wie üblich, zuerst Pferde versorgen, die Widerrist-Verletzungen begutachten und mit Zinksalbe beschmieren und dann Beide auf die Koppel bringen. Bei Familie Lang, die haben eine sehr schöne Anlage, bin ich noch zum Grillen eingeladen. Zuerst konnte ich noch duschen. Zweiundzwanzig Uhr falle ich nach einer Rundwanderung von ca. 36 Kilometern ins Bett. Wie geht es weiter? Die Verletzungen, deren Ursache ich noch nicht kenne, erlauben es nicht mit den Sätteln und Gepäck weiter zu reiten oder gehen. Eine Alternative wäre, das Gepäck wird von jemanden Transportiert und ich setze die Wanderung zu Fuß mit den Beiden fort. Fest steht, es wird drei bis vier Wochen brauchen, dass die Satteldruck Wunden verheilt sind. Vorher kann ich nicht weiter machen. Ob ich die Pferde nach Hause bringe oder hier stehen lasse zum Auskurieren steht noch in den Sternen. Ich diskutiere die verschiedenen Möglichkeiten mit meinen Vertrauten. Schade, es war bis jetzt, trotz vieler Irrungen und zusätzlicher Wege eine schöne Erfahrung mit den Pferden, welche einiges gelernt haben. Bahnübergang, kein Problem, Metall-Gatter keine Aufregung, dämliche Verkehrsteilnehmer mit Gelassenheit. Wie es weiter geht erfahrt ihr in den nächsten Tagen.

LG

Kurt

Von den Bauers geplant nach Weiler bei Monzingen. Eine einfache Tour wird zur Odyssee. 38 km 28.06.2019

Nicht einmal 25 km beträgt die Strecke und Helmut beschreibt den Weg sehr gut.

Abreise vom Reiterhof.

Ich dachte, ich habe mir alles gemerkt. Naja, doch nicht Alles. Blöd. Es ist einfach so, wenn man eine Strecke nicht kennt sieht man den ein oder anderen Markanten Punkt und entscheidet sich trotzdem falsch. Die ersten Kilometer lief es sehr gut, die Richtung stimmte, die Strecke ist schön. Der Hunsrück hat viele Hügel und Täler und sobald man an einer Ecke oder Abbiegung diese verpasst ist man im Wald und „off-track“. Interessant ist an dieser Stelle Komoot. Es gibt dir Richtungen bekannt wo du es nicht brauchst, es geht eh nur in diese Richtung und dort wo es notwendig wäre gibt es keinen Hinweis. Nur wenn du den Wegpunkts versäumt hast tönt es: Wirf einen Blick auf die Karte, du hast die Route verlassen“ oder „die Route liegt 80 Meter hinter dir“.

Schloss Dhaun!

An einer Stelle schickt mich das System zurück zum Abbiegen, wo es keine Weggabelung gibt. Nun, ich habe mich ein wenig verrannt. Nicht schlimm, nächste Biegung bist du wieder am Track. Denkste, dem ist nicht so. So folgt man den Anweisungen und kommt in den Wald. Dort ist eine

Diesen Steilen Weg mussten wir nehmen um das Hindernis zu umgehen.

Zwischenstation gut ausgeschildert und so folge ich diesen wunderschönen Waldweg. Kurz zuvor warnte mich das System dein weg liegt 80 Meter links von dir.

 

Versuch den Weg frei zu bekommen.

 

Wunderschöne Waldwege. Weit hinten sieht man den Baum quer liegen.

Wasserpfütze als Notration.

Dort war aber kein Weg erkennbar. So blieb nichts anderes als den gut ausgebauten Wanderweg zu folgen nach Simmertal, das liegt an der Strecke. Unten im Tal, nach ca. 2 km kam ein Abzweig, welcher nicht eindeutig war. Zurück zur Abzweigung und den neuen Weg nach Simmertal folgen. Getan und konfrontiert mit einer unlösbaren Aufgabe. Der Weg wird so schmal, dass nur geübte tritt sichere Fußgänger passieren können. Keks hatte soviel Angst, dass er vor Angst sich in die Hose machte. Spaß beiseite, er hat nervös getrippelt und geäppelt. Diese Passage ist nichts für uns. Daher für ca. 1 km zurück in den Wald, einen anderen Abzweig nehmen. Dort gab es gleich mehrere Hindernisse. Bäume lagen quer, sodass mit Pferden kein Durchkommen ist. Zuerst dachte ich, ich kann das dünnere mit der Hacke entfernen, das ging. Jedoch nach der nächsten Kurve lag ein Baum mit ca. 30 cm Durchmesser 1,2 Meter hoch über den Weg. Da komme ich nicht durch. Mist, aber dort muss ich hinauf. Also was tun? Zuerst habe ich Krümel den steilen Hang durch den Wald aufwärts geführt, er tat es recht unwillig, danach bin ich mit Keks hinauf, welcher einen satten Sprung auf den letzten Metern hinlegte, Filmreif. Geschafft, aufwärts, weiter 5km Umweg nur um nach Simmertal zu kommen.

Krümel prüft ob man da vorbei kommt!

Nachdem ich oben war, den richtigen Pfad gefunden und wieder abwärts unterwegs war, hat mich ein wenig die Kraft verlassen. Eigentlich hätte ich ja schon seit Stunden am Zielort sein sollen und verliere ca. drei Stunden im Wald, und dass nur, weil ich einmal falsch abgebogen bin. Unten im Tal, es war bereits 19 Uhr lag ein wunderschöner Camping-Platz und wie es so ist, traf ich nette Pferdeleute. Der Tipp, über dem Bach ist ein Pferdeanbindeplatz beim Restaurant. Was nun, weiter? Nein, ich entschied mich für Camping. Habe ab-gesattelt, den Pferden eine Koppel gebaut, meine Hängematte zwischen zwei Bäumen platziert und bin ins Restaurant. Ein ganzes Jahr ohne Alkohol, morgen ist das Jahr vorbei. Im Restaurant, es war bereits 21 Uhr, gab es nicht mehr zu essen.

Keks und Krümel in der Fence. Sattelzeug am Balken.

Die Lösung, zwei Stück Kuchen und alkoholfreien Radler. Die netten Pferdemenschen saßen vor Restaurant und versprachen, dass sie mir für die Pferde Kraftfutter am nächsten Tag vorbei bringen. Für mich war der Tag dann 22 Uhr vorbei und habe mich in der Hängematte breit gemacht oder wie man das nennt. Ob ich schlafen kann und wohin geht es morgen?

VG

Kurt

Danke an Olaf und seine Frau
Hochstetten-Dhaun
Brennholzverkauf
0177-2539520

Viele Grüße

Kurt

Hallo, wollt ihr den Beruf des Hufschmieds erlernen? So geh’s.

Einführungslehrgang für angehende Hufschmiede / Hufschmiedinnen

Im Zuge des neuen Hufbeschlaggesetzes ist die Ausbildung der Hufschmiede neu geregelt.

Bilder aus der WWW-Seite von Rickus.

 

Ziel dieses Gesetzes ist es unter anderem, seine solide und vor allem auch spezifische Ausbildung für die in der Praxis tätigen Hufschmiede zu vermitteln.

Die Ausbildung beginnt mit einem 4-wöchigen Einführungslehrgang. Diese starten monatlich.

Während dieses Lehrganges werden notwendige Grundlagen für die Aufnahme einer praktischen Tätigkeit in der Huf- und Klauenbearbeitung erarbeitet. Neben theoretischem Unterricht wird auch praktisch gearbeitet.

Die Dauer des Lehrganges beträgt 4 Wochen mit mindestens 160 Stunden Lehrgangszeit. Gegebenenfalls kann der Einführungslehrgang nach Absprache gesplittet werden in 2×2 Wochen.

Der Einführungslehrgang soll vor der Aufnahme einer praktischen Tätigkeit, vor allem vor dem Praktikum absolviert worden sein.

Während der 2 folgenden Jahre wird im Praktikum, einer praktischen Zeit bei einem staatlich anerkannten Hufschmied das Notwendige für die tägliche Arbeit vermittelt. Anschließend folgt ein 4-monatiger Intensivkurs in einer Hufbeschlagsschule, in der das Erlernte sowohl praktisch als auch theoretisch gefestigt und vertieft wird.

Mit der Abschlussprüfung werden die Fähigkeiten in Theorie und Praxis in einer 2tägigen Prüfung bescheinigt.

Hier ist eine Adresse wo man Hufschmied lernen kann. Für mich persönlich ist es einige Jahre zu spät.

Markus Rickus
Hufschmied in Beltheim, Rheinland-Pfalz
Schmiedeweg 8, 56290 Beltheim
Telefon: 0171 7538303

Meine Hotties sind beschlagen 27.06.2019

Rhein Fähre in Boppard

Am 26.06.2019 bin ich per Bahn von Stuttgart nach Boppard am Rhein gefahren. Habe dort im Hotel City Hotel Hunsrücker Hof

Steinstraße 26 -28, Boppard, 56154, Deutschland – Telefon: +49 6742 2433 gewohnt. Ein Hotel in der Altstadt zu fairen Preisen. Abends habe ich an der Rhein Promenade gegessen. Pizza, wobei am Nachbartisch hat ein Herrn ein wunderschönes Pfeffersteak gegessen. Könnte es sein, ich habe die falsche Wahl getroffen. Ja und Nein, denn die Pizza war außergewöhnlich gut. Am 27.06.2019 hat mich Jens abgeholt, wir sind dann zu ihm nach Hause, haben die Hotties in den Hänger geladen und sind pünktlich um 9 Uhr beim Hufschmied Markus Rickus abgekommen.
Ich dachte bei Markus ist eine Lehrwerkstätte. Ist es ja auch. Was ich jedoch nicht wusste war, dass ein Teil der angehenden Hufschmiede heute den 27.06.2019 den ersten Teil ihrer Berufsabschlussprüfung hatten.
Huf am Bock
Angehende Hufschmiede bei der Arbeit.
Deshalb hat alles ein wenig länger gedauert. Jeder Proband musste ausführlich über die Pferdeanatomie, die Hufe Beschaffenheit, besondere Merkmale vom Pferd einem Experten-Team rede und Antwort stehen oder auch Zusatzerklärungen abgeben. So hat das Beschlagen mit frischen Eisen, anstelle von Duplos, einiges Zeit in Anspruch genommen, Nach dem Beschlagen haben die Experten die Arbeit noch einmal genau unter die Lupe genommen. So eine Hufschmiedeausbildung dauert seine Zeit. Darüber schreibe ich zusätzlich. 13 Uhr war es so weit, die Beiden haben frische Schuhe und es kann los gehen. Jens war mit dem Hänger nach 45 Minuten ab Anruf zur Stelle und wir sind zu ihm nach Hause. Es war klar, dass ich mit den Pferden bei dieser Hitze den nächsten Punkt nicht erreichen würde und bat Jens mich zu der Reitstation zu fahren. So war es dann auch. Ich habe 30km geschummelt und die Pferde bei der Reitanlage Bauer aus dem Hänger geladen. Die Beiden waren ganz schön verschwitzt, und dass vom Hänger fahren. Angstschweiß, nein, es ist heiß und gegen Nachmittag, wir waren 16 Uhr vor Ort, ist es besonders heiß.
Keks beinahe fertig mit frischen Beschlag.
Große Koppel bei der Reitanlage Bauer
Viel Platz für meine Pferde.

Besonderen DANK gebührt an dieser Stelle den Jens Jüttner meinem Freund aus der Automobilbranche, dem Markus Rickus, welcher mir noch Vergessenes noch nach gebracht hat, den Probanden, welche einen tollen Job gemacht haben und der Familie Bauer, welche den Pferden eine großzügige Koppel zur Verfügung stellten.

Markus Rickus
Hufschmied in Beltheim, Rheinland-Pfalz
Schmiedeweg 8, 56290 Beltheim
Telefon: 0171 7538303

 

Reitanlage Bauer
In der Häh 2
55481 Womrath
Telefon: 06763 4109
Mobil: 01604454705

 

Welcher Beschlag ist der Beste? 25.06.2019

Nur noch zwei Tage, dann geht es weiter. Termin ist 27.06.2019, dann bekommen die Hotties Eisen Anstelle von Kunstoff-Beschlägen. War nun die Entscheidung für  Kunststoff-Beschläge die falsche Wahl? Ja und Nein, Die Kunststoff-Beschläge sind sicherlich gut, jedoch muss man die Streckenbeschaffenheit betrachten. Speziell in Thüringen ging es auf vielen Forststraßen mit extrem rauen Schotterwegen ständig bergauf und bergab.

Vorderhand Krümel
Vorderhand Krümel

 

 

 

 

 

 

 

Täglich ca. 450 Meter hinauf und wieder hinunter. Gerade das runter gehen, teilweise rutschen haben speziell die Kunststoff-Beschläge extrem beansprucht. Die Beschläge an der Hinterhand sind relativ gut.

Hinterhand Krümel

Man könnte jetzt auch behaupten ich reite falsch, denn die Abnützung sollte gleich sein. Was weiß ich nun? Für Bodenbeschaffenheiten wie in Thüringen und Nordhessen sind Eisen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die bessere Wahl. Um wie viele Etappen die länger gehalten hätten kann ich nicht sagen. Eine Möglichkeit wäre auch die Pferde vorne mit Eisen und Hinten mit Kunststoff-Beschlägen zu reiten. Fest steht, beide bekommen nun Eisen. Wie lange diese halten werden kann ich nicht sagen, ihr werdet es lesen.

VG

Kurt

Zwangspause, da die Pferde neue Hufeisen brauchen 16.06.2019 bis 27.06.2019

Hi Leute, es ist nicht gestellt. Ich kenne mich damit aus. 🙂
Bei diesen Tests leiden auch die Reifen.

Was tun, wenn man so lange Pause hat. Arbeiten, wie könnte es anders sein. Spaß beiseite.
Leider wurde ein Mitarbeiter von meinem Freund Jens krank und Jens musste am Automotiv-Test-Track bis zum 20.06.2019 alle Szenen – sprich Testdaten – hereingefahren haben. Es fehlte jemand, der die Messtechnik beherrscht. Daher war es naheliegend, dass ich einspringe. Sonntag Abend bis Mittwoch späten Nachmittag, 18 Stunden pro Tag. Unchristlich. Ich bin dann spät am Abend per Bahn nach Hause gefahren.

Es dauerte 3 volle Tage bis ich wieder im normalen Bio-Rhythmus war. Samstag den 22.06.2019 gab es eine 16 km Wanderung und Montags muss ich wieder anreisen in den Hunsrück. Donnerstag den 27.06.2019 werden wir die PFERDE zum Beschlagen bringen. 8 Uhr 30 sollen wir vor Ort sein. Ich freue mich bereits jetzt riesig auf die nächsten Tage im Sattel. Aktuell werden die Hotties von Julia, dies ist die Frau von Jens, liebevoll betreut. Die Kinder der Beiden haben meine Pferde lieb gewonnen obwohl sie selbst einige Pferde im Stall haben. Zum Kraftaufbau gibt es täglich eine Portion Gerste. In den letzten Tagen habe ich über eine neue Befestigung der Taschen, Rucksäcke nachgedacht. Diese Idee, ich habe bereits ein MOCKUP gemacht, werde ich mit einer jungen Sattlerin besprechen. Bin gespannt was sie dazu sagt.

Wandern, sehen, genießen.
Der Mais steht bereits hoch. Besser als letztes Jahr.
Bewahren, restaurieren. Eine gut erhaltene Holzbrücke.
Reitwege, wohin das Auge schaut.

 

Also noch einmal, ich freue mich darauf meine Reise fortzusetzen.

LG

Kurt

Moseltal am 16.06.2019 und Testtrack-Automotiv im Hunsrück 17.06.2019

  1. Wir haben am 16.06.2019 das Moseltal erkundet.

     

    Teile von Cochem von Oben.
Talstation Sessellift.

Wir waren in Cochem am Berg und beim Tierpark, später in Koblenz in der Stadt im italienischen Kaffee. Meine Liebste musste dann gegen 18Uhr zurück zur Arbeitsstätte. Ich für meinen Teil bin zur Test-Strecke, um meinen Freunden zu helfen. Heute den 17.06.2019 habe ich Datenträger an einen Standort Nähe Frankfurt geliefert.

Heute Nacht werden wir wiederum einige Tests abfahren. Meine Aufgabe ist die IT der Messtechnik zu betreuen.

 

Mosel, ein vielbefahrener Wasserweg

Sobald ich einen Schmied für meine Pferde gefunden, respektive einen Termin habe an dem die Pferde beschlagen werden, werde ich einen max. zwei Tage nach dem Beschlagen die Reise Richtung Süden fortsetzen. Wann das sein wird, kann ich aktuell nicht exakt beurteilen.

VG

Kurt

Altstadt Cochem.

Transport von Pferd & Ich Ruppenrod, 65558 Isselbach (Nähe Montabauer) nach Kastellaun im Hunsrück 15.06.2019

Pferd & Ich

Wir sind nach dem Frühstück direkt aus dem Moseltal zu den Pferden gefahren. Die haben sich über das mitgebrachte Leckerli – genaugenommen Nahrungsergänzungsmittel – gefreut. Jens hat versprochen die Pferde ca. 19 Uhr abzuholen. So verbrachten wir den Tag in aller Ruhe, spazierten durch Montabauer und erkundeten die herrliche Gegend rund um die Stadt.

Überprüfung der Beschläge!

Am späteren Nachmittag haben wir die Pferde spazieren geführt und einige schöne Bilder gemacht. Zurück im Stall schaute ich mir die Hufe von Krümel an und stellte mit Erschrecken fest, dass die Kunststoff-Beschläge von Krümel durchgelaufen sind. Was tun? Werkzeug auspacken und dem Krümel den Rest der Kunststoff-Beschläge entfernen. 

Fest steht, die Kunststoff-Beschläge haben nur 400 Kilometer gehalten. Ggf. waren die Forststraßen in Thüringen diejenigen, die den Beschlägen den Rest gaben. Was habe ich gelernt? Die Hotties brauchen für einen langen Wanderritt an den Vorderhufen Hufeisen. Kunststoff-Beschläge halten die Distanzen nicht wirklich aus.

Beschlag Krümel rechts Vorne
Beschlag Hinterhand Krümel!
Beschlag Krümel links Vorne

19 Uhr 30 ist Jens mit Pferdeanhänger gekommen. Die Beiden gingen willig in den Anhänger und 90 Minuten später haben wir die Farm von Jens erreich. Keks und Krümel haben eine sehr schöne Koppel und fühlen sich wohl. In den nächsten Tagen muss ich einen Hufschmied finden, welcher bereit ist meinen Pferden Hufeisen anzupassen.

VG Kurt

Pferd & Ich Ruppenrod, 65558 Isselbach (Nähe Montabauer) 14.06.2019

Meine Hotties haben eine tolle Weide bekommen bei Pferd und Ich. Ob es mit dem Transport in den Hunsrück heute den 14.06.2019 noch funktioniert muss ich noch ermitteln. Dazu muss ich Jens, meinen Freund, anrufen. Mal sehen, ob er erreichbar ist. Geschlafen habe ich bei Freunden in Montabauer.

, ein schöne alte Stadt.
Fachwerkbauten, gut erhalten.

 

 

 

 

 

Morgens war meine erste Aktion ein Taxi rufen und mich zum Autovermieter bringen zu lassen, welchen ich bereits kontaktiert hatte. Dort angekommen habe ich einen japanischen Kleinwagen gemietet und bin in den nächst gelegenen Pferdeshop gefahren. Musste einiges nachkaufen. Neues Filzpad, Führstricke, Putzzeug etc. Habe bei meinem Ritt bereits einiges angebaut, sprich verloren. Zurück vom Shoppen, besuchte ich die Pferde, welche die Rast sichtlich genossen. Am Hof war niemand mit dem ich das Vorgehen bzw. die mögliche Abholung einen Tag später besprechen konnte. So habe ich einen faulen Tag eingelegt. Späten Nachmittag bekam ich lieben Besuch und wir sind zum Abendessen nähe Bahnhof gegangen. Es gab Flammkuchen. Einquartiert haben wir uns an der Mosel. Spät am Abend habe ich Jens erreicht. Er versprach mir, die Hotties am 15.06.2019 auf seine Farm im Hunsrück zu holen. Mal sehen ob es funktioniert.

LG
Kurt

Von Steinbach Hadamar nach Ruppenrod Pferdepension 13.06.2019

Pause muss sein.

In der Nacht zum 13.06.2019 habe ich den Blog aktualisiert. Danach bis 7 Uhr geschlafen. Josef saß bei seiner Zeitung, ich bekam Tee, Wurst, Käse und Honig. Nach einige Zeit habe ich die Pferde von der Koppel geholt und vorbereitet.

Ein lieber Kerl am Hof
Westerwald

 

Denkmal mit Wasser. Die Beiden fanden es schön.

Mond über der Weide von Keks und Krümel.

Josef fuhr mit mir 7 oder 8 Kilometer durch den Wald und ein Städtchen und zeigte mir die ersten Kilometer meiner Route. Großartige Idee und sehr hilfreich. Zurück gab es für die Hotties noch einmal Kraftfutter. Ca. 10 Uhr 30 bin ich endlich los. Bis auf die ein oder andere Missinterpretation der Navi Information lief alles wie am Schnürchen. Für die Tiere gab es keine Überraschungen, keine fremdartigen Lebewesen, welche dem Krümel Angst und Schrecken einjagen. Der Ritt durch den Westerwald war wunderschön, gut begehbare Wege, breit genug für Krümel und Keks mit seiner beidseitigen Last, welche um einiges leichter ist, als der Reiter auf Krümel. Beate hat den Pferdestall organisiert. An dieser Stelle danke vielmals. Richtung Zielort geht es zuerst neben einer Landstraße ca. 1 Kilometer entlang. Am Abzweig steht ein Brunnen mit großem Becken. Beide saufen begierig und es sieht so aus als ob es kein Ende nimmt. Es geht weiter über eine Brücke und auf einen schönen Wanderweg, immer leicht bergan. Auf halber Strecke treffe ich Beate mit ihrem Pferdchen und einer Begleiterin, deren Pferd so tut als ob es noch nie Artgenossen gesehen hat. Ja, auch das gibt es. Den Zielort erreichte ich mit 90-minütiger Verspätung.

Ein Baum versperrt den Weg.

Komoot wusste einige Kilometer zurück einen Wanderweg, doch dieser blieb unter sehr hohem Gras verborgen, sodass die Pferde verweigerten. Nach Kilometern durch den schönen Westerwald und einen aller letzten Berg zu erklimmen, lag der Reiterhof direkt vor mir. Ihr wisst was folgt? Genau. Wie jeden Tag, zuerst die Pferde versorgen und dann?

Pferd & ich
Reitanlage am Gelbachtal
Ruppenrod
65558 Isselbach
http://www.pferdundich.de

LG Kurt

Von Drommershausen nach Hadamar 12.06.2019, ein Ritt mit Umwegen

Sillia hilft mir mit den Pferden. Bei Sillias Tante habe ich mich zum Frühstück eingeladen oder wurde ich eingeladen. Egal? Sillia übergab mir einen Packen Ausdrucke damit ich das Ziel sicher erreiche. Wir werden ja sehen. Das neue Ziel ist Hof Birkeneck in Steinbach Hadamar beim Josef Bausch. Los geht’s, bei trübem Wetter, in Richtung Ortschaft und nach der Brücke auf den Fußweg.

Stark Regen
Keks mit Plane
Krümel mit Regenschutz
Ob man hier ermessen kann wie nass es war?

Wie immer führe ich die Pferde die ersten Kilometer. Ich versuche über Nebenstraßen den Ort Ahausen zu erreichen, um dort über die Brücke der Lahn zu gehen. Kaum verlasse ich den Waldweg und begebe mich über Nebenstraßen in die richtige Richtung, beginnt es kräftig zu regnen. Meine Wetter-Expertin hatte wie immer recht. Ihr persönliches Regenradar ist zuverlässig. Bei einem einsamen Pferdehof außerhalb Drommershausen auf einer Anhöhe, schüttet es aus Kübeln. Ich decke mit Planen meine Ladung ab welche Keks trägt und befestige meinen Anorak über Krümels Sattel damit dieser trocken bleibt. Ich selbst ziehe meinen Regenmantel über die bereits feuchte ärmellose Windjacke. Es schüttet und es will scheinbar nicht aufhören. Was tun? Ich schlage mich durch, lautet die Devise. So gehe ich über Feldwege und hoffe, dass ich die Hauptstraße meiden kann. Da die Feldwege leider nicht gemäht sind, bin ich bis zum Gürtel nach wenigen Schritten durch und durch nass. Die Stiefel sind so nass, dass man mit jedem Schritt das Quieken und Quaken der Nässe hören kann. Ein komisches Gefühl, als ob man auf Wasser läuft. Egal was ich tat, es war nass und so entschied ich mich die Brücke über den Fluss über die Hauptstraße zu erreichen. Das ging gut. Ich querte den Fluss und ging rechts für ca. 1 Kilometer parallel zur Bahn und der Lahn. Nach einer großen Hecke, scharf links den bergan und oben über einen Feldweg zur und über die Autobahn. Jetzt war ich im Wald. Ich könnte singen: „Ein Männlein steht im Wald…“. Laut Karte sollte ich links abbiegen. Tat ich, führte ins Nichts. Zurück, einen anderen Weg suchen. Vorwärts rückwärts solange bis ich den Faden, sprich Orientierung komplett verloren habe. Ich glaube, ich habe eine zehn Kilometer Rundreise eingelegt bis ich den richtigen Übergangspunkt nach Merenberg gefunden habe.

Transporter blockiert den Weg
Wald, wo geht es hin. Rechts rum oder?

Orientierungslos und ein Mobilfunk Navi, welches ich immer wieder falsch interpretiere. Schlimm, wieder eine überflüssige Stunde im Sattel. Blöd ist auch, dass ich mein Powerback angebaut habe. Dafür muss ich zügig Ersatz herbeischaffen. Wie kann man so ein super Geschenk verlieren? Nachdem ich in Merenberg angekommen war ging alles ganz einfach und so war es. Ich komme nach Steinbach Hadamar, reite an einen Hof vorbei direkt in den Ort Steinbach. Ich hatte nicht registriert, dass links von mir Hof Birkeneck in Steinbach Hadamar liegt. Ich reite unermüdlich weiter, die Pferde brauchen das Training oder doch nicht. Ich bemühe das Navi, befrage Menschen, um herauszufinden, dass ich in einem anderen Ort bin, welcher zur Gemeinde Hadamar gehört. Nach 90 Minuten suchen und reiten bin ich wieder an einen Ort, den ich kenne. Ich habe mit vielen Zusatzkilometern, Fragen an Passanten schließlich doch noch den Hof Birkeneck in Steinbach Hadamar erreicht. Stark, reitet daran vorbei und braucht dann noch einiges länger. Bei Josef Bausch werde ich schon längst erwartet, denn ich wurde avisiert. Josef Bausch und seine Helferlein richten die Koppel für die Pferde und danach gibt es Abendessen. Ich muss und darf erzählen. Man hat mir zwischenzeitlich die Wäsche zum Waschen abgenommen, die Stiefel zum Trocken in den Heizraum gebracht und ich konnte mich richtig heiß duschen und anwärmen. 22:00 Uhr habe ich mich abgemeldet und ins Bett verzogen. Ich bin müde.

Ein großes Danke für diesen tollen Empfang und die Unterstützung. Nicht vergessen möchte ich, dass Josef am 14.06. Geburtstag hat. Es gäbe noch vieles zu erzählen.

Hof Birkeneck
Steinbach Hadamar
Josef Bausch, Tel: 064333954

Von Oberwetz nach Drommershausen 11.06.2019 ca. 30 km mit all meinen Umwegen

Gänse mit Jungvögel am See
Hessen ist schön
Kein Ort ohne Pferde
Schöne Weide für die Beiden.

Moni und Heinz sind liebe Menschen mit viel Herz, welche sicherlich noch einmal besuchen werde. Beim Frühstück haben wir noch einmal die Route besprochen zu deren Verwandten nach Drommershausen. Ich bin schon angemeldet. Gut ausgeschlafen und wohlgenährt trete ich die nächste Etappe an. Das Wetter ist trüb, was für den Ritt gut ist. Die Temperaturen sind angenehm. Auf dieser Reise unterquere ich zwei Autobahnen, passiere einen riesigen Steinbruch, wo der Wanderweg mitten durchs Werksgelände führt. Landschaftlich reizvoll. Was auffällt ist, es gibt unheimlich viele Koppeln mit Pferden unterschiedlicher Rassen. Kaum ein Kilometer vor einen Ort wo nicht einige Koppeln sind, auf welchen Pferde stehen. Bei dieser Tour gab es nur wenige Aufreger für die Beiden. Sie erschrecken, wenn unvorhergesehen Rehe aus einem Getreidefeld springen und in den Wald türmen.

Das löst dann den ein oder anderen Galoppsprung aus. Ansonsten nichts Aufregendes, viel Ruhe, kaum Menschen abseits der Ortschaften. Bei der Mittagsrast an einem Bach schöpfe ich mit einer Kaufland Kunststofftragtasche Wasser. Die Tasche ist nicht ganz dicht, aber der Verlust vom Schöpfen bis zu den Pferden ist gering, sodass beide genügend Wasser zum Saufen bekommen, was sie auch gierig taten. Wir gehen weiter. Nach ca. 350 Meter vermisse ich meine Gleitsichtbrille. Zurück zum Bach. Hoffentlich liegt diese nicht im hohen Gras. Glück gehabt, die Brille liegt unbeschädigt auf der Brücke im Gras.
Drommershausen erreiche ich über einen Wanderweg, gleich die erste Querstraße führte mich zur Reitstation oder besser zu den Verwandten von Moni und Heinz. Dort wurde ich sehr gut aufgenommen. Die Pferde versorgt und auf die Koppel gestellt. Anneliese und alle anderen sorgten sich um mich und ich durfte oder musste so einiges aus meinem Leben preisgeben. Man ist erstaunt, dass ein 66-jähriger noch so eine Reise wagt, dass mit zwei Pferden. Da meine Gastgeber mein Ziel kennen bekomme ich großartige Routenunterstützung. Die Frage, wie komme ich über die Lahn, beschäftigt Alle. Das Wetter ist schön und es wird gegrillt. Hervorragendes Gemüse mit Würstchen und Kottelets. Alle sind da, ein Nachbar kommt, ein Franzose, der hier wohnt, die gesamte liebenswerte Sippe mit dem Hund, der ständig kläfft, wenn man was anderes anzieht, da er einen nicht mehr erkennt. Sie sagten, er hat Alzheimer. Licher Bier ist hier das Getränk der Familie und ehrlich gesagt, ich hatte große Lust auf einen Schluck. Da ich das Ziel ein Jahr alkoholfrei sauber beenden will habe ich mich enthalten. Wobei, ich weiß, dieses Bier schmeckt hervorragend. Liebe Familie Sippel. Danke für den schönen Abend und die Hilfe bei der Routen Wahl. Ich komme wieder auf ein Licher, das nächste Mal mit dem Auto.

Anneliese Sippel
Talbachstrasse 4
Drommershausen

VG Kurt

Von Lich nach Oberwetz 10.06.2019

Schloss Arenstein, Hofdurchfahrt
Das Getreide färbt sich langsam zur Reife
Limes Turm
Viehzucht

Gut ausgeschlafen, mein Sohn bringt mich zum Stall, trete ich die nächste Etappe an. Es geht gegen Westen. Ich stelle fest Keks hinkt leicht. Die Untersuchung ergibt, Keks hat sich mit dem Führseil an der Hinterhand verletzt. Das kommt daher, dass er rumturnt und panisch reagiert, wenn er das Führseil z.B. um das Bein gewickelt hat. Er bekommt nun schmerzlindernde Medizin in einem Apfel verabreich und wird mich einige Tage nicht tragen müssen. 30 Kilometer sind heute anvisiert. Es geht los Richtung Kloster Arnsburg. Kurz vor Pohlheim treffen wir auf eine Koppel mit Lamas. Das war ein Aufreger. Was sind denn das für komische Tiere?  Mit gut zureden konnte ich Krümel vorbeireiten ohne abzusteigen.In der Nähe von Pohlheim steht ein Turm, dieser markiert den nördlichsten Punkt des LIMES. Es geht weiter am Wieserand entlang über Feldwege dem Ziel entgegen.

Ich muss festhalten, diese Gegend in Hessen ist wunderschön geprägt von Feldern und Wäldern und kleinen Ortsgemeinschaften. Es geht von Lich mit einigen kleinen Umwegen ohne besondere Vorkommnisse stetig nach Westen. So glaube ich. Auf der Tour springt so manches Reh aus dem Gebüsch, von links nach rechts oder war es in einer anderen Reihenfolge. Gott sei dank ist uns noch keine Wildsau begegnet. Ich wüsste nicht was tun in diesem Moment. In den Lüften sehe ich neben Rot Milane auch Schwarz Milane und hin und wieder eine Kornweihe, welche nicht so häufig vorkommt.

Wenn ich so dahinreite, stelle ich für mich fest, dass mein natürlicher Orientierungssinn nicht mehr existent ist. Als ich in Oberwetz einreite habe ich keine Ahnung w o ich bin und wohin mit den Pferden. An einer Kreuzung sehe ich Menschen Pferde entladen und so frage ich. Gibt es hier einen Stall wo ich meine Tiere unterbringen kann? Es gibt einen und man gibt mir eine klare Wegbeschreibung. So lande ich bei der Familie Monika und Heinz Prinz. Dort werde ich empfangen und versorgt. Nicht nur, dass die Hotties gut untergebracht werden, nein, auch für mein Wohlbefinden ist gesorgt. Beim Abendessen haben wir einen regen Austausch geführt und vor allem über deren Erfahrungen in Lateinamerika. Die Infos über Lateinamerika haben mich beeindruckt. Noch einmal Danke für Alles.

Heinz ist Hufschmied, Moni ist u.a. Kutschenfahrtrainerin.
Wanderreitstation
Monika und Heinz Prinz
Napoleonstock 15
35641 Oberwetz

Leider habe ich keine Telefonnummer.

Bad Salzschlirf nach Ulrichstein 7.6.2019 30km

Es ist nebelig. Das Frühstück schmeckt und Michael hat einige gute Tipps. Der Eine, folge den Flussläufen, oder der Eisenbahn, dann hast du kaum Steigungen. Muss ich mir zu Herzen nehmen. Vor der Haustür in Uzthausen zeigte mir Michael ein Turmfalkennest im Giebel am gegenüberliegenden Haus, welches sich in ca. 20 Metern Höhe befindet. Dort herrscht reger Betrieb, Falken fliegen ständig mit Nahrung zum Nest. Auf geht’s nach Bad Salzschlirf. Pferde vorbereiten, satteln und beladen. Ich folge dem Rat und schlage die Richtung Ulrichstein entlang der Bahnlinie ein. Zuerst einmal zu fuß für ca. 2 km. Am ersten Abzweig außerhalb der Stadt vor dem Bahnübergang folge ich den Fluss, leider eine Sackgasse. Einen Kilometer zurück, dann den Bahnübergang meistern, ohne abzusteigen, heute reite ich Keks und der ist willig. Weiter geht’s. Zwischendurch kontrolliere ich mit dem Kompass die Richtung, welche ich reite.

Durch den Ort Lauterbach.
Lauterbach

Es folgt Kilometer für Kilometer, allein auf weiter Flur. Die Vegetation im Auge, es wird Heu eingefahren, das Getreide steht schon hoch und bekommt den ersten gelben Schimmer. Es geht nach Lauterbach in Hessen, den Abzweig nach Wartenberg habe ich übersehen. Durch Lauterbach führe ich die Pferde. Das sind ca. 2,5 km Strecke. Danach, auf den Weg nach Herberstein, will ich wiederum Keks reiten. Jeder Versuch aufzusteigen scheiterte. Dabei hatte ich einige Schreckmomente. An einer Stelle ist Keks 6 Stufen hochgesprungen auf eine Böschung. Daher weiter, eine bessere Aufstiegshilfe suchen. Bein nächsten Versuch springt Keks über eine feststehende Parkbank. Mit anderen Worten er mag auf keinen Fall. Daher zu fuß weiter. Was nun? Ich muss umpacken. An einer geeigneten Stelle, die Pferde grasen lassen, belade ich den Keks und bereite Krümel zum Reiten vor. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich meine liebgewonnenen Chaps irgendwo verloren habe. Schade. Nun besteige ich Krümel, welcher mich problemlos aufsitzen lässt und es geht weiter. Auf der Strecke begegnet mir eine einzelne Reiterin, welche mir Quartier für die Pferde und für mich anbot. Schön, jedoch nach 15 km schon wieder übernachten. Nein und es geht weiter.

Reiterin in der Ferne.

Abwechslung bringen die Rotmilane am Himmel, welche nach Beute Ausschau halten und hin und wieder huscht ein Reh aus einem Feld. In Ulrichstein reite ich laut einer Papierkarte eine Wanderreitstation an. Von wegen, diese Station gibt es nicht mehr. Ein grantiger, unfreundlicher Mensch hat mir zu verstehen gegeben, dass ich nicht willkommen bin und ich keine Hilfe erwarten kann. Einige lange Minuten später kam er mit einem Prospekt wo die aktuellen Wanderreitstationen eingezeichnet sind. Zwischenzeitlich braute sich ein mächtiges Gewitter an. So rief ich beim Eichwiesenhof an. Am Festnetz rührt sich niemand. Mist. Doch nach einigen Minuten kam ein Rückruf, welch ein Glück. Ich erklärte mein Dilemma und man versprach mir mich mit Pferdeanhänger abzuholen, denn es sind noch 8 Kilometer nach Ulrichstein-Bobenhausen. Zwischenzeitlich habe ich abgeladen, alles auf eine Parkbank unter einen Baum gelegt und mit dem Regenmantel abgedeckt. Es tröpfelt bereits. Neben mir hält ein Mann und gibt mir meinen Reit Hut, den ich einige Meter weiter oben verloren hatte und bot mir seine Koppel an. Leider einige Minuten zu spät, da ich bereits mit der Wanderreitstation Bobenhausen verabredet war. Es fing langsam an stärker zu regnen und da kam das Fahrzeug mit Pferdeanhänger. Das Verladen ging rasch, nicht einmal Krümel hat sich lange geziert. Jetzt goss es richtig wie aus Kübeln. Alles schnell eingepackt und auf zum Stall. Dort war es trocken, keine Spur von Gewitter oder Regen. Pferde raus aus dem Anhänger, in die kleine Reithalle bringen, mit Heu, Wasser und Kraftfutter versorgen, es ist geschafft. Ich bin mit der Familie Wagner zum Reiterstammtisch gefahren zu einem Italiener. Es hat gemundet. Geschlafen habe ich in einem sehr schönen Apartment, wobei ich nur die Dusche und das Bett brauchte. Ich war hundemüde. Danke noch einmal an die Familie Wagner für deren spontane Hilfe.

VG Kurt

Reiterstation:
Eichwiesenhof
Hoherodskopfstraße 1
Ulrichstein-Bobenhausen
Mobil: 0049163 8158260
eichwiesenhof@t-online.de

Von Schlitz nach Herbstein, ca. 25km, bin nur nach Bad Salzschlirf gekommen, mehr dazu im Beitrag 6.06.2019

8 Uhr bin ich mit Erwin Becker einem Mitglied vom Reit- und Fahrverein verabredet. Ich bin überpünktlich und Erwin ist um Punkt vor Ort. Es ist merklich kühler als Gestern und es fängt an zu regnen.

Wasser, wild und schön.
Keks, sieht ganz schön bescheuert aus.
Große Box im Reitverein.
Krümel am Stall.
Breite schöne Wege.
Brunnen im Ort als Wahrzeichen

Erwin meinte ich solle die Pferde wieder in die Boxen stellen und den Regen abwarten. Damit er nicht die gesamte Zeit da sein musste gab er mir einen Schlüssel zum Absperren und zeigte mir den Platz zum Hinterlegen. Einfach freundliche hilfsbereite Pferdemenschen. Frühstück hatte ich in der Pension, Hotel wäre als Bezeichnung übertrieben, doch es war gemütlich. Erwin gab mir noch Tipps wie ich schnellstens nach Herbstein komme. Alles easy oder doch nicht. Die Pferde vorbereitet beladen und ca. 9Uhr30 auf die Strecke. Ich habe wahrscheinlich nicht aufgepasst, nach der Brücke rechts, ja das machte ich. Ich landete mit meinen Beiden an einem Rinnsal ca. 80 cm breit. Was nun? Kein Problem, beide folgten mir ohne Probleme. Sie sprangen über das Bächlein ohne Aufforderung von mir. Nun war ich in einer Sackgasse gelandet. Also zurück. Auch kein Problem. Danach habe ich Krümel bestiegen, denn meine Stiefel waren schon wieder komplett durchnässt. Das Navi Komoot wollte mich zurück über den Reit- und Fahrverein schicken. Es verwirrte mich ständig. Daher die Richtung Bad Salzschlirf nehmen, wie Erwin mir empfohlen hat. Es ging kilometerlang auf Radwegen und Waldwegen. In Bad Salzschlirf führte mich das Navi durch die Stadt, bis zu einer Marienstatue und danach in den Wald. Es ging ständig bergauf, bergab. Zu meiner Überraschung stellte ich irgendwann fest, dass ich im Kreis reite und bin nach 18 km wieder in Bad Salzschlirf gelandet.
Da passiert das Ungewöhnliche. Ein Auto hält neben mir und fragt ob ich Übernachtung und Unterkunft brauche. Ich überlege kurz und stimme zu, denn nach Herbstein sind es noch 12 km. Michael hat einen Bauernhof, arbeitet als Maurer und ist die Gastfreundschaft in Person. Seine Leidenschaft sind Pferde. Ich sattle ab, Michael hilft und wir stellen die Beiden auf die Koppel. Da stellte Michael fest, dass sich Krümel an der Hinterhand verletzt hat. Wir haben die Wunde am Huf sofort mit Kupfersalbe eingeschmiert. Ich denke, morgen ist es wieder besser. Übrigens Krümel lief heute wie ausgewechselt, er lief und hatte sichtlich Freude. Vielleicht lag es am trüben Wetter.

Storchennest auf dem Wagenrad.
Freunde?
Krümel hat sich beim Sprung übers Wasser verletzt
Mariengrotte in Bad Salzschlirf
Bad Salzschlirf
Am Bauernhof

Heute bin ich bei Michael Gast. Er nahm mich mit in sein Haus in einem 80 Seelendorf, zeigte mir die Waschmaschine, ich kann meine Wäsche waschen, zeigte mir das Bad und meinen Schlafbereich.

 

 

Das letzte Mal habe ich diese Art der Gastfreundschaft in Südafrika und Zimbabwe erlebt. Michael ist ein ungewöhnlicher Mensch, er liebt die Tiere und ist ein großer Fan von Westernreiten. Was habe ich für ein Glück. Zusätzlich gab er mir noch ein Filzpad – ohne Bezahlung – mit der Auflage, wenn ich in Barcelona bin, soll ich es zurückschicken. So etwas erlebt man nicht alle Tage.

 

 

Wohin es morgen geht weiß ich noch nicht. Heut bleibe ich in einen kleinen Ort bei Bad Salzschlirf, Uzthausen.
VG Kurt

Molzbach nach Schlitz 5.06.2019 ca. 25 km

Abreise bei Baier. Zeitig bei Morgenfrische.

Endlich ist es gelungen. Was? Der zeitige Aufbruch. Bereits 6 Uhr habe ich die Pferde vorbereitet und bin bereits 8 Uhr unterwegs nach Schlitz. Das ist wichtig, denn es wird sehr heiß werden und man merkt den Pferden das heiße Wetter an. Frau Bayer hat mir zum Abschied ein Frühstückspaket geschnürt und mir gute Reise gewünscht. Dieses Mal war ich elektronisch bestens vorbereitet, Power-Bank und Mobil-Telefon voll aufgeladen. Nochmals möchte ich nicht ohne Strom und Navigationshilfe reiten. Nun los vom Hof der Bayer. Keks geht willig. Krümel im Schlepptau ziert sich, er lässt sich teilweise schleppen. Das geht soweit, dass es einen Ruck am Sattelhorn gibt, wenn Keks losgeht und Krümel hinten träumt. Die erste größere Hürde war die Stadt Hünfeld, dort ging es für ca. 1,5 km durch die Stadt. Schlimm für mich sind die rücksichtslosen „Alten Weiber“, die offensichtlich keine Zeit haben bzw. kein Gespür für Angst. Auf der anderen Seite gibt es durchaus viele Fahrer, denen man für deren Rücksichtnahme danken muss. Beim Bahnhof Hünfeld bekam ich von Busfahrern einen guten Tipp wie ich über die Bahn komme.

Der eingeschlagene Weg führte durch Grünland und zu meiner Überraschung sah ich ein Storchennest, welches bewohnt war. Einer der Störche flog regelmäßig das Nest an. Weiter geht es über eine Brücke über eine große Hauptverkehrsader. Danach parallel zur Straße auf einen Wanderweg welcher parallel zum Wald verläuft. Ein Reh stand mitten am Weg bereit zur Flucht. Der Ritt ging durch herrliche Landschaft, klein Dörfer und wie kann es anders sein, vorbei an eingezäunten Rinderherden. Das ist noch immer ein Problem. Keks verspürt Fluchtinstinkte. Es geht zügig weiter. Mein Navi irritiert mich, es verliert öfters das GPS Signal. Um zu lösen, dass mich das Navi narrt, muss ich irgendwie sicherstellen, dass mein Mobil immer Kontakt zu den GPS Satelliten hat. Vielleich schaffe ich das in den nächsten Tagen. Man lernt nie aus.

Gut ausgebaute Wanderwege
Storchennest
In der Stadt Hünfeld

Nach 20 km erreiche ich den letzten Hügel vor Schlitz. Nur noch 5 km durch den Wald. Oben auf der Spitze angekommen öffnete sich ein wunderbarerer Blick über eine Stadt unten im Tal. Der Hintern tat mir weh, die Beine schmerzten und so schwang ich mich aus dem Sattel und legte eine halbstündige Rast ein. Danach weiter zu fuß zum Reitbetrieb. 2km entspanntes Gehen, Beine vertreten, Bewegungsapparat wieder einrenken. Am Reitstall angekommen habe ich Keks und Krümel bei einem Bächlein angeleint, mit Wasser versorgt und grasen lassen. Für mich habe ich die Hängematte zwischen zwei Bäumen aufgehängt und eine Rast eingelegt. Ich musste auf Erwin warten. Dieser kam ca. 17 Uhr und half mir und mit den Pferden. Absatteln und die Beiden in schöne Boxen bringen, welche wir mit reichlich Futter ausgestattet haben. Ein toller Stall und wie immer hilfsbereite Menschen.

Diesmal werde ich in einem kleinen Gasthof übernachten. Ein Mitglied vom Reitverein brachte mich zum Gasthaus. Danke.

Morgen geht es weiter, wohin, das weiß ich noch nicht.

VG Kurt