Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einem Ombudsmann – ein Erlebnis, das ich als eher ernüchternd bezeichnen würde. Der Hintergrund: Einer meiner Mitarbeiter befand sich auf Rehabilitationsaufenthalt und sah sich gezwungen, diesen frühzeitig abzubrechen. Der Grund dafür war ein extrem laut schnarchender Zimmerkollege – laut mehreren Apps mit bis zu 65 Dezibel gemessen.
Trotz wiederholter Bitten um ein Einzelzimmer blieb die Klinik tatenlos. Tag für Tag wurde vertröstet, in der Hoffnung, das Problem würde sich „schon legen“. Stattdessen verschlechterte sich der Gesundheitszustand meines Mitarbeiters zusehends, sodass ihm schließlich keine andere Möglichkeit blieb, als die Maßnahme abzubrechen – nicht etwa aus mangelndem Willen, sondern aus gesundheitlicher Notwendigkeit.
Beim Verlassen der Rehaklinik wurde ihm dann ein Revers vorgelegt, in dem ihm die alleinige Verantwortung für das Scheitern der Maßnahme zugeschoben wurde. Ein aus meiner Sicht absolut inakzeptabler Vorgang.
Ich wandte mich an den zuständigen Ombudsmann der SVS – zunächst per E-Mail, ohne Antwort. Erst telefonisch konnte ich ihn erreichen. Leider wurde das Gespräch zur Enttäuschung: Anstatt eine ernsthafte Prüfung des Sachverhalts in Aussicht zu stellen, wurde beschwichtigt, verharmlost und relativiert. Der Eindruck blieb zurück, dass der Ombudsmann eher als Sprachrohr zur Imagepflege des Unternehmens fungiert denn als echte Anlaufstelle für Beschwerden.
Mein Fazit: Die Rolle des Ombudsmannes in diesem Fall wirkte nicht vertrauensbildend, sondern vielmehr beschwichtigend – eine Funktion, die aus meiner Sicht weder hilfreich noch zielführend ist.
Mit besten Grüßen
Kurt Jelinek
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