Ständiges Training sowie Erfahrungen sammeln mit Keks und Krümel (5.11. bis 25.11.2018)

Üben, üben und nochmal üben. Man glaubt, alles passt und auf einmal schießt eines deiner Pferde los wie von der Tarantel gestochen. Was ist passiert, dass aus einem braven, ruhigen Pferd mit einem Mal ein ungestümer „Front-Runner“ wird? So geschehen am 3.11.2018a ls ich ein zwölf jähriges Mädchen Krümel reiten lies.

Krümel ganz liebe

Warum ist er losgestürmt? Es war die Reitweise welche Krümel umgehend zum „Front-Runner“ werden ließ. Die Hacken beider Fersten waren bedingt durch Sitzhaltung ca. 10 cm hinter dem Sattelgurt, was dem Krümel signalisierte auf geht’s, Galopp ist angesagt. So kann es gehen. Zum Glück ist nichts passiert, ich konnte Krümel in der dritten Runde stoppen und das Mädchen hat die drei Runden im Sattel im fliegenden Galopp unbeschadet überstanden. Leider habe ich kein Video von der tapferen Göre.

Für mich waren diese Momente zuerst eine Schrecksekunde und sofort eine Lehrstunde, denn ich muss sicher stellen, dass der/die Reiter(In) die reitweise für Krümel oder Keks kennen und anwenden können. Im Anschluss an diesen Schreckmoment habe ich Krümel an die Longe genommen und die Reiterin instruiert wie Krümel zu reiten ist, siehe da, er war wiederum ein richtig gemütliches Pferd, welches sehr feinfühliges auf alle Hilfen reagiert.

Keks ist ein anderes Kaliber, den würde ich aktuell keinem unerfahrenen Reiter anvertrauen. Keks am Reitplatz zeigt aktuell Unwillen und benötigt eine erfahrene Hand. Ca. 45 bis 60 Minuten dauern jede Übungen am Platz. Hindernis-Parkour auf und ab. Eine Richtungsänderung nach der Anderen, ein Kreis oder gleich mehrere Kreise. Dabei geht es darum, dass Keks auf Gewicht mit leichter Zügelhilfe die Pylonen umrundet und lernt, dass es auch „Schritt“ als Gangart gibt. Keks möchte immer nur rennen und zwar wenn er glaubt es ist angebracht. Ich denke es wird werden, wenn ich ab Dezember drei bis viermal die Woche mit Keks übe. Dabei macht Keks bereits in einigen Übungen gute Fortschritte.

Keks, stürmischer Wallach.

 

Keks hat die Unart am Führstrick ständig nach Vorne zu rennen. Mit dem Seil wedeln, Tip von Michael, half nicht. Was tun? Die Idee die ich nun umsetze und bereits Erfolg zeigt geht wie folgt: Eine ein Meter lange Gerte halte ich zusammen mit dem Führstrick. Dabei zeigt die Gertenspitze auf die Brust von Keks, das hilft und so lernt er hinten nach zu gehen und nicht zu drängeln. Außerdem übe ich mit Beiden das Kommando STOPP. Dabei gehe ich im Round-Pan zwischen aufgestellten Hindernissen und bleibe immer an der gleichen Stelle mit dem Kommando STOPP stehen.  Nach einiger Zeit habe ich dieses Kommando an anderer Stelle verwendet, solange bis e klappt. Mir ist bewusst, das es sehr vieler Übungsstunden bedarf bis beide Keks und Krümel fit sind für die geplante Reise.

Keks mit neuem Sattel

Und hier noch eine Neuigkeit, Keks hat einen neuen gebrauchten Sattel bekommen. Dieser Westernsattel, mit V-Gurtung ist wie ein Militärsattel im Unterbau aufgebaut, sodass Änderungen am Körperbau sich nicht so extrem auswirken was die Passform des Sattels betrifft. Außerdem ist mit dieser Art Western-Sattel gewährleistet, dass das Rückgrat vom Pferd frei liegt, daher keinen Druck ausgesetzt ist.

Sattel, Bild zeigt die Unterseite
Sattel, man beachte die Polsterung
Sattel mit V-Gurtung

 

30 Tage Keks und Krümel in Deutschland (28.10.2018 bis 4.11.2018)

Reitplatz Freundschaften

Die Tage verfliegen. Interessant ist, dass sich beide bereits auf den Winter vorbereiten und entsprechend Winterfell ansetzen. Sie sind gut im Futter, haben sich an einen Rhythmus im Tagesablauf gewöhnt und wirken sehr zufrieden. So durften sie vor einigen Tagen in die große Wallach-Herde einziehen. Klar gab es einiges Rang-Gerangel, jedoch haben sich sowohl Keks und auch Krümel ihren Platz in der Herde gesichert. Morgens während ich im Stall bin gebe ich den beiden Gelegenheit auf dem Reitplatz zu toben. Mir gefällt, dass sie beim Toben die typischen Hengst-Männchen machen, um die Wette laufen und dabei herumspringen wie Geißböcke.

Keks mit ungewöhnlichen Sprüngen
Keks
Keks als Geißbock
Krümel ist mittlerweile handzahm!

Krümel lässt sich aktuell gut reiten.

Mit Keks verhält es sich anders. Dieser ist kaum zu bändigen im freien Feld.

Er möchte auf Teufel komm raus galoppieren und lässt sich nur mit Gewalt zügeln, was den Verdacht nahe legt, dass Keks „Satteldruck“ hat und deshalb versucht vor den Schmerzen davon zu laufen.

Aus diesem Grund suche ich aktuell einen anderen Sattel, da Keks sich baulich verändert hat und ihm der Westernsattel von der Schulter rutscht. Im übrigen bin ich am 4.11.2018 unfreiwillig abgestiegen, wobei ich festgestellt habe, dass mein Wanderreithut mit integriertem Kopfschutz bei der Berührung mit dem Pferd hervorragenden Schutz geboten hat. Wie ist das passiert? Ich wollte im vollem Speed geradeaus und Keks ist abrupt links abgebogen, sodass ich seitlich abgerutscht bin. Nicht schlimm, kein Sturz sondern ein Herabgleiten.

Wanderreithut Australischer Filzhut mit integriertem Kopfschutz
Wanderreithut Leder mit integriertem Kopfschutz

Welcher Art Sattel suche ich?

Nun, für Krümel habe ich einen Westernsattel mit englischem/militärischem Unterbau, so wie man dies auch von einigen australischen Stocksätteln kennt. Dieser Unterbau wurde deshalb gemacht, damit der Sattel auf viele Pferde ähnlicher Statur passt.

Sattel von Unten

Auf der Suche nach einem solchen Sattel ist mir aufgefallen, dass viele Wanderreit-Sattel auch diesen englischen/militärischen Unterbau haben, leider sind die meisten dieser Sattel ohne Horn, welches jedoch für meine Wanderritte notwendig ist. Warum das Horn? Nun, wenn ich Hotel „Fichte“ beziehe, dann ziehe ich die Sättel, geschützt mit Regenhaut, am Horn mit dem Lasso befestigt über einen Ast, somit sind diese weg vom Boden und dessen Nässe sowie vor fremdem Zugriff weitestgehend geschützt.

Liebe Grüße an alle, welche meinen Blog lesen. Bis zum nächsten Mal Kurt