Pferdetraining bei 30 Grad im Schatten – eine Belastung für Mensch und Tiere (12.07.2018 bis 16.07.2018)

Ankunft am 12.07.2018 um 8U hr in Palma de Mallorca.

Der Flug startete zu unchristlicher Zeit um 5Uhr55 von Stuttgart. Trotz dieser frühen Zeit waren alle Sitze belegt. Wenn ich bedenke, dass so mancher Fluggast bereits 3Uhr nachts aufbrechen musste, um auf die Insel zu kommen, bin ich froh, dass ich erst 4Uhr aus den Federn musste. Wir sind pünktlich gestartet und sehr pünktlich gelandet. Das gemietete Auto stand nach 10 Minuten am Sixt Schalter zur Verfügung, so dass ich 9Uhr30 auf der Finca war. Zu dieser Zeit hatte es schon 30 Grad im Schatten.

Keks und Krümel haben mich freudig begrüßt. Darüber war ich glücklich, denn das ist nicht selbstverständlich, immerhin war unser letztes Zusammensein nun schon wieder 3 Wochen her. Um ihnen eine Freude zu machen hatte ich auf dem Weg zur Finca Karotten gekauft. Diese „Leckerli“ mögen sie sehr und in Maßen gefüttert schaden Karotten nicht. Ich stand nun vor der schwierigen Aufgabe zu entscheiden, welchen der beiden ich auf den Trainingsplatz mitnehmen sollte, um einiges an Bodenarbeit zu absolvieren und ein paar Runden im Viereck zu reiten.

Ich habe mich für Keks entschieden, da ich das Gefühl hatte, er sei beim letzten Besuch zu kurz gekommen. Also habe ich zuerst die Hufe kontrolliert und gereinigt. Bei dieser Gelegenheit übe ich mit meinen Pferden das „Huf“ geben, was bereits bei Krümel gut funktioniert, jedoch bei Keks noch ein wenig auf Unverständnis stößt. Nachdem die Übung Huf geben, Hufe gereinigt, fertig war, habe ich den Kerl gestriegelt und aufgesattelt. Halfteranlegen funktioniert mittlerweile auch gut ohne Gezerre. Auf dem Platz war bereits Kerstin mit ihren Stuten. Nach einigen Bodenübungen, z.B. richtig an der Führleine gehen, stehen bleiben zum richtigen Zeitpunkt etc., bin ich mit Aufsteighilfe in den Sattel gestiegen. Wieder ist Keks sofort losgestürmt, als hätte er Angst ich könnte zwischenzeitlich vergessen haben, wie schnell er ist. Um Keks von seiner Nervosität zu befreien, sind wir auf Anraten von Kerstin viele kleine, langsame Kreise geritten. Nach einer halben Stunde hat sich Keks entspannt und ist sauber durch die Hindernisse gegangen, beinahe ohne Zügelhilfen. Gegen 12 Uhr habe ich Keks von meinem Gewicht am Reitplatz befreit, zum Stall geführt und abgesattelt. Die anschließende Dusche hat er sichtlich genossen. Es war mittlerweile so heiß, dass an Ausreiten nicht mehr zu denken war.

Übrigens, untergebracht war ich auf der Finca Cán Murtera (www.finca-canmurtera.com), einer wunderschönen Anlage mit tollen Ferienwohnungen und schöner Gartenanlage mit Pool.

Abends bin ich mit Nathalie, Jörg und Kerstin zusammengesessen. Es ging um die Papiere für meine Tiere. Diese sind nun in Ordnung und auf der Behörde für die Ausreiseunterlagen. Nun, es ist Sommer in Mallorca, es ist der Witterung angepasst alles ein wenig langsamer. Es kann daher sein, dass die Pferde erst im September nach Deutschland kommen können. Wir werden sehen. Das bedeutet, dass ich weitere Monate auf die Insel fliegen werde.

Da ich am ersten Tag mit Keks gearbeitet hatte, habe ich am nächsten Tag mit Krümel geübt. Ein ähnliches Programm wie am Vortag, jedoch schon ab 8Uhr für ca. 1,5 Stunden. Danach sind Kerstin und ich eine zweistündige Runde ins Gelände geritten. Kerstin mit ihrer Stute Dolly und ich auf Krümel. Die beiden Pferde vertragen sich ausgezeichnet und so sind wir alle Gangarten geritten, außer versammelten Galopp. Ca. 11 Uhr 30 waren wir zurück und trotz der Hitze waren unsere Pferde in sehr guter Verfassung. 

Ich habe mir angewöhnt, nach jedem Ritt die Hufe zu inspizieren, Steine zu entfernen und den Strahl zu säubern. Außerdem übe ich auch mit Krümel Huf geben. Ich habe Kerstin beim Ausritt erzählt, dass man Krümel nicht longieren kann. Dies hat Kerstins Ehrgeiz gepackt, sodass sie angeboten hat, diese Aufgabe am folgenden Tag zu übernehmen. Na dann, viel Erfolg Kerstin, dachte ich bei mir.

Für den nächsten Tag haben wir uns für das Trainings-Viereck verabredet, Kerstin hat Krümel an die Longe genommen, ich habe Keks geritten. Nun, so einfach, wie sich Kerstin das vorgestellt hatte, war es nicht. Krümel an der Longe zu bewegen ist eine besondere Kunst, welche Kerstin nach ca. 45 Minuten intensiver Arbeit phasenweise gelungen war. Die ein oder andere Runde ist Krümel tatsächlich an der Longe im kleinen Kreis gelaufen. Dafür gilt Kerstin mein großer Respekt, denn sie hat es mit Geduld und sehr gutem Pferdewissen geschafft Krümel begreiflich zu machen, welche Aufgabe von ihm verlangt wird.

Da ich am Tag meiner Ankunft eine Wippe gebaut hatte, wollten ich diese ausprobieren, denn die Pferde müssen lernen über ungewöhnliche Hindernisse zu gehen.

Die Pferde dazu zu bewegen über die Wippe zu gehen, gelang nicht im ersten Anlauf. Es bedurfte einiger Überredungskünste. Kerstin hat es mit Dolly geschafft. Mit meinem Krümel war es ein wenig mühselig und Keks hat es vorgezogen, die Wippe der Quere nach zu überwinden.

Der Alltag auf der Finca war, Pferde trainieren, mithelfen beim Einfüttern, Kraftfutter zubereiten und verteilen. Es macht mir unheimlich Spaß, wieder einmal körperliche Arbeit zu verrichten.

Am letzten Tag haben wir auf der Finca mit Nathalie und Jörg noch besprochen, wie diese mir während meiner Abwesenheit helfen können, meine beiden großartigen Pferde noch etwas mehr auf meine Reitweise einzustimmen. Nathalie hat im Umgang mit Pferden die gleiche Herangehensweise wie ich, nur eben unschätzbar mehr Erfahrung. Im Anschluss fuhr ich zum Flughafen. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich meinen Pass und die Geldbörse auf der Finca vergessen hatte. Also nichts wie zurück auf die Finca. Die Treibstoffanzeige ging Richtung Reserve und es war spannend, ob ich die Finca mit dem verbliebenen Treibstoff im Tank erreiche.

Geld hatte ich ja keines. Auf der Finca hing mein Beutel mit den Papieren noch am Stuhl. Zurück ins Auto, an der nächsten Tankstelle für 5 Euro Treibstoff in den Tank und zurück zum Flughafen. Mit viel Aufregung war ich pünktlich und dann hatte der Flug 30 Minuten Verspätung.

Mein Glück war, dass ich kein E-Auto gefahren hatte. Es wäre nicht genug Zeit gewesen das Fahrzeug aufzuladen.

In diesem Sinne alles Liebe bis zum nächsten Mal.

Kurt

Vorbereitung der Überführung der Tiere nach Deutschland (28.06.- 2.07.2018)

Hallo liebe Freizeitreiter,

Flug Stuttgart Mallorca, mittlerweile nichts Außergewöhnliches mehr für mich.

Der Flug geht pünktlich raus und wie angekündigt landen wir kurz vor 13 Uhr in Palma de Mallorca.

Voller Freude steuere ich dem Ausgang zu in Richtung Autoverleih, welcher im Bereich der Gepäckbänder seinen Schalter hat. Dort ziehe ich eine Nummer und schaue nach dem Portemonnaie in meiner Jacke. Welch ein Schreck, kein Portemonnaie in der Jacke. Sofort gehe ich zum Eurowings Lost&Found und reklamiere, dass ich mein Portemonnaie im Sitz F28 vergessen habe. Nach bangen Minuten die Ansage, nichts gefunden. Die Crew hat am angegebenen Ort kein Portemonnaie gefunden. Was nun, Auto abbestellen, denn Kreditkarte und Führerschein sowie ID-Karte etc. sind weg. Kein Geld, keine Papiere und jetzt? Raus aus dem Gebäude und zur Polizei, Verlustanzeige aufgeben und dann Jörg anrufen. Jörg war eine halbe Stunde später am Flughafen um mich abzuholen.

Ich lade meine Sachen ins Auto steige ein und auf geht’s. Auf der Finca stelle ich fest, dass jetzt auch meine Jacke mit meinem Autoschlüssel und sonstigen Kleinigkeiten fehlt. Welch ein Mist. Ich weiß bis heute nicht, wie das abgelaufen ist, wie es passieren konnte.

So, nun bin ich auf der Finca, ohne Auto, jedoch mit der Schlafgelegenheit im Wohnwagen. Koffer rein, umziehen, Pferde begrüßen. Wie immer, ich rufe und beide kommen mich zu begrüßen. Schön. 

Wie so oft am ersten Nachmittag habe ich einen Spaziergang mit den Pferden unternommen, nicht allzu weit nur ca. 3 km, es war zum ersten Mal seit ich auf die Insel komme warm, richtig warm, bei 32 Grad Celsius im Schatten. 

Ohne Geld ka´Musi. So sagt man bei mir zu Hause. Meine Freunde haben mich mit Geld ausgestattet, die Nachbarin Kerstin hat mich zum Einkaufen gefahren.

Am ersten Abend war Vollmond und wir beschlossen einen Vollmondritt zu machen. Ich sattelte Keks für diese Tour. Wir sind von der Finca in Richtung

Salinen geritten, wollten dann zum Strand. Leider war es bewölkt, sodass die Sicht schlecht war und die Pferde nicht richtig vorwärts gehen wollten. Auf halber Strecke sind wir umgekehrt und haben noch eine Whisky Verkostung durchgeführt. Ohje…

Neu für mich war die Situation kein Auto zu haben. Jedoch hatte diese auch ihre guten Seiten. Täglich bin ich zum Frühstück geritten, einen Tag mit Keks, den anderen mit Krümel. So haben beide bereits in der Früh, bei moderaten Temperaturen, einige Kilometer mit mir am Rücken zurückgelegt.

Ein Thema war und ist, dass beide nicht richtig stehen bleiben beim Aufsteigen. Um das zu verbessern bin ich mit Krümel auf den Reitplatz gegangen. 

Habe neben Krümel die Aufsteighilfe solange hergetragen, bis er stehen blieb und mich aufsteigen ließ. Von wegen. Sobald ich mit dem linken Bein im

Steigbügel stand ist er losgestürmt, als wenn er ein Rennen gewinnen muss. Gut, mit meiner Erfahrung konnte ich ihn stoppen um das rechte Bein über den Sattel schwingen. Mit mir dann im Sattel, war er wieder lammfromm, komisch. Nach einer halben, vielleicht auch einer Stunde intensiver Übungen, Reiten mit Gewichtsverlagerung, Hindernisse umgehen, am langen Zügel geradeaus traben und gehen habe ich Krümel abgesattelt und zurück auf die Koppel gebracht. Es ging auf Mittag zu und es wurde langsam heiß. Trotzdem habe ich noch Keks gesattelt und für ca. eine Stunde Übungen gemacht.

Die Tage verliefen mit je zwei Stunden Training pro Pferde. Am dritten Tag gab es einen Ausritt zu den Salinen. Ich habe wiederum Keks gesattelt. Aufsteigen geht beim Keks ein wenig einfacher. Er bleibt stehen oder auch nicht. In diesem Fall war ich halb oben, da ist er los zu den anderen Pferden, welche ein wenig abseitsstanden.

Nathalie und ihre Gäste sind raus zu den Salinen geritten und ich war mit Keks das Schlusslicht. Keks am Ende der Pferdekolone zu halten ist schwer, er möchte schneller sein als der Trupp. Das ständige Zurückhalten und Kreise reiten hat Keks nicht gefallen. Er musste immer seine Nase in den Hintern des vor ihm laufenden Faruk stecken. Was da geruchsmäßig so großartig war? In der Nähe der Salinen hatte ich noch ein besonderes Erlebnis. In einer schmalen Passage mit Büschen links und rechts hat Keks verweigert. Ich musste Keks zwingen diese Enge zu überwinden. Er machte dann einen mächtigen Satz nach Vorne und zugleich nach Rechts, was mich beinahe aus dem Sattel geworfen hätte. Es ist noch einmal alles Gut gegangen. Am Rückweg meinte Nathalie, ich sollte vorne weg reiten. Strohballen und sonstige Hindernisse sind gut um Kommandos zu lernen und zu üben. Daher um den Strohballen, einmal, zweimal oder einen Achter. Was ich nicht bedacht hatte, dass die nachfolgenden Pferde das auch machen wollten. Der Herdentrieb. Da die Reiter der Gruppe jedoch Anfänger waren, hat mich Nathalie gebeten dies zu unterlassen und in Keks Tempo zur Finca zurück zu reiten. Ich bin mit Keks in allen drei Gangarten über die gemähten Getreidefelder im Schritt, getrabt und galoppiert. Versammelten Galopp kennt er noch nicht, er will immer nur Vollgas voran gehen. 

Es wird Zeit für die Überstellung der Pferde, dachte ich, und habe mit einer Pferdespedition Kontakt Mitte Juni 2018 aufgenommen. Man machte mir einen Transportvorschlag für den 12.07.2018, um die Pferde von der Finca nach Deutschland auf einen Standort in meiner Nähe zu bringen. Am 2.07.2018 haben wir die für die Einreichung bei den mallorcinischen Behörden bereitzustellenden Unterlagen erhalten. Leider stellte sich heraus, dass wir nicht alle Unterlagen beistellen konnten um eine Transportgenehmigung zu erhalten. Die Finca Registration der Pferde fehlte. Somit ist der Transporttermin hinfällig und verschiebt sich auf unbestimmte Zeit. Das bedeutet für mich, es folgen weitere Flüge auf die Insel. Glaubt mir, es ist anstrengend alle 14 Tage für 3 bis 5 Tage auf die Insel zu reisen.

Doch zuerst muss ich mich schnellstens um Ersatzpapiere kümmern, ID-Karte, Führerschein usw.

LG Kurt